#24 Der Bergwald: Unsere grüne Lebensversicherung

Shownotes

Seit 40 Jahren werden gefährdete Schutzwälder in den bayerischen Alpen saniert. Doch der Klimawandel macht ihren Schutz schwieriger – und wichtiger. Försterin Sophia Vater erzählt von ihrer Arbeit im Bergwald. Sie berichtet, wie uns der Bergwald vor Lawinen, Steinschlag und Hochwasser schützt – und warum davon auch Menschen weit entfernt von den Alpen profitieren.

Mehr Infos zum Thema Bergwald findet Ihr auf der Webseite der LWF:

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00:00:00: Fast vierzehn Millionen gepflanzter junger Bäuben und mehr als achthundert Hektar Schutzwald vollständig saniert.

00:00:07: Das ist die beeindruckende Bilanz aus vierzig Jahren Sanierung und Pflege gefällter Schutzwälder in den bayerischen Alpen!

00:00:15: Doch wie sieht die Zukunft der Bergwelle aus, wenn der Klimawandel weder Landes noch Besitzgrenzen kennt?

00:00:21: Diese Frage kläre ich heute für euch – und eines will Der Schutz unserer Bergwälder betrifft nicht nur uns Forstleute, auch nicht nur die Waldbesitzenden und auch nicht noch die Bewohner im alten Raum.

00:00:33: Der Schutz der Bergwälter wirkt sich auch direkt bis ins Flachland aus.

00:00:38: Mein Name ist Hildegard Vogel und ich bin Försterin aus Leidenschaft an der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forswirtschaft.

00:00:45: Und ihr hört Forstcast – den Waldpodcast!

00:00:59: Ich gehe total gerne in die Berge und so wie sich eine anspruchsvolle Bergtour leichter gemeinsam managen lässt, so lässt sich auch der Bergweilschutz besser zusammen stemmen.

00:01:09: Und deswegen haben sich dieses Jahr Mitte Oktober rund hundertfünfzig Fachleute aus Verwaltung, Forschung, Politik und Verbänden auf der internationalen Bergwaldtagung in Miesbach getroffen.

00:01:21: Mit Kollegen aus Österreich, der Schweiz und Slowenien haben sie Erfahrung und Wissen ausgetauscht und auch verschiedene Lösungen

00:01:28: diskutiert.".

00:01:29: Und eine Fachfrau, die dabei war ist heute bei mir im Forstkast, Sophia Vater.

00:01:34: Hallo Sofia!

00:01:35: Du bist Försterin an der Fachstelle Schutzwaldmanagement in Marquardtstein am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim.

00:01:44: Ich freue mich total, dass du heute aus den Bergen zu mir ins Flachland nach Freising gekommen bist und ich sage einfach hallo.

00:01:51: Hallo, vielen Dank für die Einladung.

00:01:53: Ich freu mich auch sehr hier zu sein.

00:01:54: Sophia, welche Aufgaben verbergen sich denn hinter dem Begriff Schutzwaldmanagement?

00:02:00: Ja, Schutzwald-Management – grundsätzlich Management hat sich immer sehr groß an.

00:02:05: Um das vielleicht zu verstehen muss man dann erstmal überlegen was ist überhaupt Schutzwald?

00:02:10: und Schutzwald ist Wald der hauptsächlich in den Bergen ist, in steileren Lagen und zum Beispiel unten liegende Objekte schützt.

00:02:21: Das können Städte, Dörfer sein.

00:02:24: Das kann aber auch weitergefasst sein und dann zum Beispiel sowas wie Hochwasserschutz oder generell der Bodenschutz sein.

00:02:32: Und Management heißt dann einfach versuchen die Natur wieder in Einklang zu bringen oder da einfach die richtigen Impulse zu setzen dass wir aus dem Bergwald, aus dem Schutzwald die Funktionen wieder haben, die wir als Menschen brauchen.

00:02:48: Und das ganz Wichtige ist, dass bei der Schutzwaldsanierung oder beim Schutzwaldmanagement euch geht es ja gar nicht darum, dass der Wald irgendwie eine Wirtschaftsleistung erbringt.

00:02:58: Sondern dass der Wild einfach seine Schutzfunktion wahrnimmt.

00:03:01: Das heißt, es ist ein sonderer Wald erst mal!

00:03:04: Voll, genau.

00:03:05: Also es gibt Schutzwald der auch bewirtschaftet werden kann.

00:03:09: das ist aber in den tieferen Lagen und ich arbeite dann eher an der Sanierung.

00:03:13: Sanierung hört sich schon so bisschen an wie arztmäßig also ich bin dann eher in den Ecken unterwegs oder Wald einfach schon nicht mehr so vital ist vielleicht auch schon durch Schäden da extrem an Schutzkraft verloren hat fange ich dann an und wir haben überhaupt gar keine wirtschaftlichen Interessen, eher andersherum.

00:03:33: Wir müssen gucken dass wir nicht zu viel rein investieren müssen sondern da auch viel die Natur anstoßen das Richtige zu tun.

00:03:42: Ich habe gerade schon gesagt Schutzschild.

00:03:45: Normalerweise kennt man ja, dass der Wald auch solche Gemeinwohlleistungen erbringt.

00:03:49: Das heißt der Wald ist sozusagen er bringt ein Dienst an der Gesellschaft.

00:03:55: Wenn wir hier denken, was bringt denn der Wald für mich?

00:03:57: Dann ist das, was man sofort im Kopf hat.

00:03:59: Der Klassiker Holz!

00:04:01: Aber der Wald liefert ja noch so viel mehr für die Gesellschaft.

00:04:04: also erst Wasserfilter, erst Wasserspeicher, erst Klimaanlage, erst Erholungsort und eben auch Schutzschildsoftier.

00:04:12: kann es uns sagen wovor oder wofür ist denn der Weitschutzschild?

00:04:17: Ja voll, also fast man sich... Vielleicht so super einfach vorstellen kann, man hat dieses Bild vor Augen.

00:04:24: Man ist unten im Tal oben am Berg und wenn da jetzt in der Lawine losgeht dann würde die Lawine, wenn da kein Wald wäre, einfach durchdonnern und dann halt die Ortschaft zum Beispiel unten da beschädigen oder die Straße oder was auch immer da ist.

00:04:36: das ist so das was man sich vorstellt Wenn man von Schutzwald redet dass gleiche gilt für Hurenabgänge also wenn da große Schlamm-Massen runter kommen oder für Steinschlag.

00:04:47: Aber das ist nur der Schutzwald, vielleicht jetzt der, der am augenscheinlichsten ist.

00:04:53: Was aber natürlich auch Schutzwald ist, ist der Wald, der Hochwasserschutz mit sich bringt.

00:04:57: und zwar heißt es dass wir gerade in den Bergen haben immer diese Trichterfunktion also Es regnet bei uns regnets dann auch oft relativ viel auf einmal.

00:05:07: Dann kommt viel Regen runter Und je mehr Wald Wir Haben Je Mehr Vitalen Wald Das Du Besser Kann Können Diese Regenmassen abgepuffert werden liegt daran, dass der Boden besser durchwurzelt ist und da mehr schwammartig fungieren kann.

00:05:22: Und dadurch fließt das Wasser an sich halt einfach langsamer ab.

00:05:27: Wenn ich das Ganze jetzt darauf projiziere, dass wir sehr viel Massermassen haben die runter kommen was ja auch leider im Klimawandel sich alles so ein bisschen verschiebt dann können wir einfach so Hochwasserpiks zum Beispiel damit abfangen.

00:05:39: Was aber nicht nur Hochwasser?

00:05:41: also eine wichtige Schutzfunktion Trinkwasserschutzgebiete.

00:05:46: Das haben wir im Flachland, das haben wir in Bergwald genauso.

00:05:49: Da sind vielleicht so erst mal Funktionen die man jetzt nicht vor Augen hat.

00:05:53: aber am Ende ist es dann genau so dass wenn wir hier frei singen an der Isar sind dann hat der Bergwald hinter München oder auch da wo halt der Iser Ursprung dann ist eine ganz große Funktion dass man hier gut leben kann.

00:06:08: Das ist erstmal nicht so augenscheinlich und am ende müssen wir das aber auch mitdenken.

00:06:11: Das heißt, ihr vom Schutzwald-Management habt eigentlich zwei Sachen im Blick.

00:06:15: Nämlich einmal dass der Bergwald dort schützt wo er wächst nämlich vor Lawinen, Steinschlag und Munabgänge die Ortschaften und Menschen die in den Bergen leben.

00:06:24: Und das zweite ist Ihr habt aber auch das Umland im Blick

00:06:28: d.h.,

00:06:28: dass der Berghalt gesund bleibt damit hier wenn das nächste Mal das Isar Hochwasser in Freising ist nicht alle Keller wieder voll laufen mit Wasser.

00:06:36: Genauso ist es und das ist ja oft in der Natur, wo man oder im Wald dann immer nur das eine sieht was unmittelbar ist.

00:06:43: Und das andere rückt so ein bisschen den Hintergrund.

00:06:45: Das ist aber mindestens genauso wichtig.

00:06:48: Und auch mindestens genau so wichtig sind die Lebensräume.

00:06:51: Das is ja nicht nur alles Schutzwald für uns Menschen sondern das sind auch Lebensräumen, auch sehr besondere Lebensräime, wo Pflanzen- und Tierarten vorkommen, die nicht zu vielen Orten vorkamen Und das ist auch ganz wichtig, dass sie da bestehen bleiben.

00:07:05: Ja ich kann mich erinnern, im Studium war tatsächlich Hochgebirgsforstwirtschaft ein eigenes Wahlfach weil unser Prof hat immer gesagt, das gilt jetzt für die Mittellagen in Bayern aber des Hochgebürgels.

00:07:18: Das ist eine eigene Welt mit eigenen Spielregeln.

00:07:20: und das heißt was ihr vom Schutzwaldmanagement auch ja eigentlich als Ziel habt ist zum einen, dass die Menschen in Ruhe und Sicherheit in den Bergen leben können und dass der Berglandschaft also das Ökosystem unterleben es rauf für Tiere, Pflanzen und Menschen einfach erhalten bleibt.

00:07:36: Und weiterhin diese Vielfalt bietet die sie heute bietet?

00:07:38: Ja genau!

00:07:39: Das

00:07:39: heißt so viel was ich jetzt ein bisschen mitnehme ist dass der Schutzwald Bergwald sozusagen unsere Elementarversicherung ist und wir alle die Versicherungspolize bereits mit unseren Steuergeldern bezahlt haben.

00:07:53: ja das kann man eigentlich so zusammenfassend.

00:07:55: Das ist total gut.

00:07:56: und was man da vielleicht auch noch sagen kann, dass wir nicht halt machen an Waldbesitzgrenzen also das wir nicht uns nur den Privatwald, nur den Staatswald anschauen sondern es ist ja am Ende ein sehr großes Zusammenhängen des Waldgebiet oft wo viele kleine Parzellen sind und wir müssen einfach diesen großen ganzen Blick haben und können da auf ganzer Fläche aktiv sein.

00:08:16: und das ist total wichtig.

00:08:18: Ja, weil auch Tiere Mensch und Natur und auch der Klimawandel denen sind diese Waldbesitzarten und auch Ländergrenzen herzlich egal.

00:08:26: Mich hat tatsächlich noch eine zweite Sache überrascht, also neben diesem Hochwasserschutz für das Flachland.

00:08:32: Du hast gesagt ihr macht beim Schutzwaldmanagement diese Berglandschaft erhalten?

00:08:37: Ich kann verstehen dass der Klimawandel natürlich dort eingreift.

00:08:40: aber warum muss jetzt der Mensch in die Natur eingreifen damit die Berglandsschaft erhalten bleibt?

00:08:46: Kann dir das nicht selber machen?

00:08:48: Ja das ist glaube ich so ein Grundsatzgedanke den man immer mal wieder hat.

00:08:52: wieso müssen wir Menschen in die natur eingreffen?

00:08:56: Kann die das nicht von selber regeln?

00:08:57: Und da gibt's mehrere Überlegungen.

00:09:00: Einerseits, also jetzt haben wir das Jahr ... ... und die Natur ist ja nicht erst seit zweihundert Jahren von uns beeinflusst, sondern schon seit vielen, vielen, vielen Jahrhunderten!

00:09:14: Die Landschaft wie wir sie jetzt haben auch in den Bergen ist total kulturell überprägt.

00:09:19: Also wir haben da jetzt auch Waldbestände, die nicht natürlicherweise so werden.

00:09:25: Auch sehr viel fichtendominierte Waldbestünde.

00:09:28: Das heißt da ist es schon auch wichtig dass wir sagen das was man in der Vergangenheit wo man den Schwerpunkt vielleicht drauf gelegt hat jetzt legen wir den Schwerkpunkt eher Richtung oder ganz massiv Richtung möglichst viel Klimastabilität, möglichst viel Mischbaumarten.

00:09:41: dann müssen wir einfach hier das aktiv wieder einbringen weil Ja, jetzt konkret zum Beispiel auch viele Samenbäume nicht mehr vorhanden sind in der Natur.

00:09:50: Ein anderer Punkt ist dass wir halt auch sehr hohe Ansprüche an die Natur haben.

00:09:56: also die Natur an sich würde da vieles regeln und am Ende ist es der Natur ja egal, ob das Schutzwald ist oder nicht.

00:10:04: Sondern wir Menschen brauchen den Schutzwald, ob's jetzt im Tal ist oder in Flachland.

00:10:08: Und deswegen müssen wir dahin arbeiten, dass der Wald diese Funktion erfüllen kann, die wir von ihm brauchen.

00:10:14: Ja was man da vielleicht ganz gut irgendwie so anbringen kann, ist ohne den Schutzwald kann es in den Bergen keine menschliche Siedlung und kein menschliches Leben geben.

00:10:24: Nicht umsonst war das vor... paar hundert Jahre noch ganz, ganz andere Besiedlungsdichte.

00:10:29: Und jetzt ist es halt einfach so dass wir da ja den Schutzwald aktiv dahin bringen können sowohl klimastabil zukunftsfähig zu sein als auch die Funktionen zur erfüllende Bier von ihm brauchen.

00:10:40: weil am Ende ist es so das wir den Schutzwald brauchen und nicht der Schutzwald uns.

00:10:44: Wir brauchen die Funktion.

00:10:46: also in der Natur wäre es erstmal in den Bergen egal wie du schon sagst ob der Schutzfall steht weil wenn dann irgendwo ein Mensch wäre dann ist das egal, ob die Lawine den Berg runter donnert.

00:10:57: Nach ein paar Hundert Jahren ist da auch überall wieder Wald und es ist okay.

00:11:01: nur diese Zeit haben wir nicht.

00:11:03: also wir Menschen haben diese Zeit nicht und uns kann es nicht egal sein, ob am bestimmten Flächen in den Alpen eine Lawine ungebremsenen dichtbesiedeltes Tal dondert.

00:11:12: Das heißt wir müssen jetzt aktiv unsere Einfluss in den Bergen ein Stück weitchen wie der Natur nah zurückbauen damit der Schutzwald uns wieder schützen kann.

00:11:22: weil wer brauchen und nicht erst in drei Hundert Jahren.

00:11:26: Ja voll, und was man da vielleicht auch manchmal übersieht ist das Bäume einfach nicht so wahnsinnig schnell wachsen.

00:11:31: also jeder Förster, jeder Försterin sehr schnell lernt es.

00:11:34: wir denken nicht in Jahren sondern Jahrzehnten.

00:11:37: Man muss da einfach generationenweit denken und wenn wir einen guten Schutzwald brauchen dann müssen wir halt schon Jetzt die Steine für die Zukunft setzen.

00:11:47: bzw.

00:11:48: wir sind jetzt ja auch hier, weil jubiläumvierzig Jahre Schutzwald Sanierung und Schutzwaldmanagement.

00:11:53: vor vierzig Jahren in den achtziger Jahren gab es einfach Zustände in den Wäldern, nicht nur in den Schutzwälder.

00:12:01: Wo man gesagt hat so hey wenn wir da in Zukunft irgendwie noch mit dem Wald von dem Wald mit der Landschaft leben wollen müssen wir jetzt was ändern?

00:12:09: Das ist aber die Geburtsstunde der Schutzwalzernierung und das sind die Grundsteine, die wir jetzt sehen, die jetzt langsam ihre Wirkung entfalten.

00:12:16: Und das ist schon vierzig Jahre her.

00:12:18: also das ist immer das was man im Auge behalten muss.

00:12:21: Grad auch in den Bergen.

00:12:22: Es wächst alles langsamer, es braucht Jahrzehnte und da müssen wir einfach dran bleiben

00:12:27: ja.".

00:12:27: Ich sag mal wenn man jetzt mal so ein Baum leben, in einem Menschenleben adaptieren dann ist nach vierzig Jahren hat der Baum grad mal seine Pubertät hinter sich und er is in der Lage sein uneingeschränkten Job als Waldbaum zu machen.

00:12:40: also erst nach rund vierzig jahren im Gebirge kann er zusammen mit seinen Kumpels als Schutzwald vor Lawin- und Steinschlag schützen Und diesen Schutz brauchen wir Menschen halt unbedingt.

00:12:51: Genau so ist es, genau so ist das weil die ersten zwanzig Jahre sind sie einfach noch zu niedrig und instabil um diese Schutzfunktion zu erfüllen und erst dann später kommen wieder langsam hin.

00:13:03: Ich habe aus unserem Vorgespräch mitgenommen Sophia dass dieser Schutz im Klimawandel noch viel wichtiger wird.

00:13:09: also warum ist denn Bergweilschutz und Schutzwälder für uns jetzt noch wichtiger als ohne Klimawandel?

00:13:17: Es ist oft so, dass oder sehen wir in der ganzen Welt das bestimmte Bereich einfach intensiver vom Klimawandel betroffen sind wie andere und das gleiche trifft auch auf den Bergwald zu.

00:13:27: Würde man am Anfang erst mal nicht vermuten aber der Bergwald hat sowohl was Temperaturpeaks angehen als auch was die Niederschlagsverteilung angeht wird er einfach noch extremer betroffen wie andere Bereiche

00:13:41: d.h.,

00:13:42: Natürlich haben wir jetzt verhältnismäßig vielleicht noch nicht so viele heiße Sommertage, aber in dem Vergleich wie es vorher war, haben die enorm zugenommen.

00:13:49: Außerdem ist der Regen ganz anders verteilt.

00:13:51: Wir haben extrem Wetterereignisse Es ist wochenlang trocken bei uns.

00:13:57: Das kennen wir aus den Bergen nicht.

00:13:58: Vor allen Dingen kennt das die Natur ja nicht.

00:14:00: Und dann kommt auf einmal wahnsinnig viel Regen runter Und wir haben das ja in den letzten Jahren jetzt auch.

00:14:06: gerade da, wo ich arbeite im Thransteiner und Berchtesgadener Land gab es da.

00:14:10: Das war ein ganz großes Niederschlagsereignis, das hat man vorher so nicht gesehen.

00:14:15: Da kommen auf einmal Regenmassen runter, ist wochenlang trocken.

00:14:19: Und da ist es natürlich wahnsinnig wichtig dass wir einen guten Schutzwald haben sonst rutscht uns alles davon.

00:14:23: Und das Gleiche ist auch mit dem Schnee.

00:14:25: mein erst mal Klimawandel.

00:14:27: weniger Schnee Ja, vielleicht ist weniger Schnee.

00:14:30: Aber der Schnee kommt halt oft sehr komprimiert in einer sehr kurzen Zeit und dann oft nicht mehr so ein ganz schöner puffiger Schnee, wo man dann irgendwie fürs Skifahren oder Powderfahren gern haben würde, sondern kommt da so richtiger Nassschnee runter.

00:14:46: Und wenn dann mal einen Meter Nass-Schnee auf Bäume fällt die vielleicht gerade noch gar nicht dafür bereit sind, dann haben wir wahnsinnig viel Schneeprochschäden.

00:14:57: Ja, das sind einmal natürlich schlecht weil der Baum seine Krone verliert und dadurch ganz lange nicht mehr gut wachsen kann.

00:15:03: Andererseits ist Schneebruch hat auch ganz viele Vollgeschäden mit sich.

00:15:06: also zum Beispiel jetzt wenn wir an Fichten denken es dann Brockenkäfer so die nächste Eskalationsstufe die da ganz oft mit reinkommt.

00:15:14: Und gerade im Bergwald ist das ja auch viel schwieriger zu bekämpfen.

00:15:17: dann solche Kölnermitätten.

00:15:18: Ja und der Brocken Käfer Nicht ohne.

00:15:22: Das heißt, du hast schon gesagt es sind auch im Bergwald oft Bereiche wo viele Fichten wachsen die in der Masse dort natürlich gar nicht wachsen würden.

00:15:33: Jetzt hast Du Schneebruchschäden.

00:15:35: Dann kommt der Borkenkäfer.

00:15:36: Die Fichtenden sind teilweise so geschädigt dass der Käfer einfach leichtes Spiel hat und die Fichten sterben ab.

00:15:42: Und wohne einem Jahr ein toter Käferbaum stand Da sind im nächsten Jahr hundert und mehr tote Bäume.

00:15:48: und dann sprechen wir das auf einmal ganz sehr Hänge, toter Bäume da stehen und toter Baum ist nun mal kein Schutzwald mehr.

00:15:54: Genau so ist es!

00:15:55: Und wieso das dann im Bergwald nochmal auf extremer ist wie in Flachland?

00:15:59: Weil natürlich ist am Berg viel schwieriger da, das zu bekämpfen Holzbringung zu machen.

00:16:05: Wir müssen das... Im Flachland hat man den Haarwester, da muss man vielleicht noch eine Rückgegasse freischneiden.

00:16:10: Da kann man den Harvester reinschicken.

00:16:12: im Bergwald ist da ganz viel noch Handarbeit.

00:16:15: und wenn mir mit der Handarbeit nicht weiter kommen muss die Heli kommen und die Bäume abholen dann wird es halt richtig teuer und vor allen Dingen auch ja richtig unnatürlich.

00:16:24: Und also wir sehen das jetzt bei unseren Nachbarländern Die haben ein bisschen Ich würde es jetzt mal neutral formulieren, ein anderes Käfermanagement verfolgt.

00:16:34: Die haben jetzt ganz viele kale Hänge.

00:16:36: die können vielleicht einen Teil der Schutzfunktion wieder herstellen und das ist der Objektschutz in dem sie da technisch verbauen was einerseits unglaubliche Mengen an Steuergeldern verschlingt und andererseits ja auch nicht mehr natürlich ist.

00:16:50: Und dann habe ich nur diesen Objektschutz, und nicht mehr die ganzen anderen Schutzfunktionen über, die wir schon geredet haben wie Trinkwasserschutz, wie Hochwasserschutz den Standort selber, den Lebensraum der dahinter hängt.

00:17:01: Deswegen ist es so wahnsinnig wichtig dass wir jetzt eben hinkriegen unseren Denwald, den wir jetzt haben vielleicht nicht ganz die richtige Baumartenzusammensetzung hat für die Zukunft oder nicht mehr so vital ist und wir da unbedingt gucken müssen, dass da irgendwie wieder die Natur für Jungungen also die jungen Bäume hochkommen oder die aktive Pflanzung.

00:17:19: Deswegen ist das so wichtig, dass wir uns darauf konzentrieren und große Kalamitäten versuchen zu vermeiden.

00:17:24: Ja, weil wir können nicht einfach – ich sage mal jetzt Lappie-Darwin der Landwirtschaft.

00:17:28: Okay das hat nicht funktioniert.

00:17:29: waren Versuch wird oder es gab irgendwie einen Schädling.

00:17:31: Wir flügen das unter.

00:17:32: im neuen Jahr fangen wir neu an also machen tabula rasa sagen okay Fichte so viele in den Bergen haben wir gelernt funktioniert nicht gut wir machen ja einmal tabula rase und fang von vorne an.

00:17:41: Das funktioniert nicht weil wir ja vierzig Jahre lang ungefähr brauchen bis wir überhaupt eine Art von Schutzwahl wieder haben.

00:17:47: Und wir wollen jetzt nicht vierzig jahrelang eine kale Fläche haben wo uns ja Nicht nur der Schutzwall da panden bekommen ist, sondern das ganze Ökosystem hier auch weg ist.

00:17:56: Und das wiederzubekommen – das wage ich jetzt mal zu behaupten, dauert noch viel länger wie vierzig Jahre.

00:18:00: Bestimmt

00:18:01: ja!

00:18:02: Wir haben nicht diese Pausetaste.

00:18:03: Ich glaube die wird sich jetzt gerade in Zeiten des Klimawandels jeder Mal wünschen wo man sagt hey lass uns auf Pause drücken und dann das irgendwie wieder einigermaßen richten haben wir nicht.

00:18:13: Deswegen können wir uns das auch nicht leisten und deswegen müssen wir gucken und alles dafür tun dass wir den Wald den wir es haben, so hinbringen, dass der eine Zukunft hat.

00:18:24: Also

00:18:24: Sophia was ich mitnehme ist – Der Klimawandel trifft den Alpenraum eigentlich gleich dreifach.

00:18:29: Einmal das Wetter und auch der Klimawandel fordert den Bergwald.

00:18:33: die Vollgeschehen fordern dem Bergwald Und der Bergwald verliert somit nach und nach die Schutzwirkung wenn wir nicht eingreifen und ihm helfen.

00:18:42: Und ohne Schutzwald haben wir auch keinen Schutz.

00:18:45: Das heißt unsere Siedlungsstraßen, Erholungseinrichtungen und gesamte Infrastruktur ist der zerstörerischen Kraft der Lawinen schutzlos ausgeliefert.

00:18:55: Und das wollen wir uns definitiv nicht leisten!

00:18:58: Jetzt ist die Frage was können wir jetzt tun?

00:19:00: Denn wir haben ja schon ein paar Mal gesagt, wir haben jetzt nicht mehrere hundert Jahre Zeit um die Natur einfach mal machen zu lassen.

00:19:06: Genau, also die Zeit haben wir leider einfach nicht.

00:19:08: Deswegen haben wir da so verschiedene Säulen, die wir da versuchen als Förster irgendwie mitzuintegrieren.

00:19:15: Das ist einmal... Jetzt haben wir einen X-Zustand.

00:19:18: Also die geschädigten Bergwälder, die oft auf Standorten sind und die wahnsinnig schwierig generell für Vegetation ist.

00:19:25: Die versuchen jetzt zu sanieren wieder herzustellen, dass dann guter Schutzwald wieder auf der Fläche ist.

00:19:32: Dann natürlich versuchen Schutzwälder erst gar nicht in die Situation kommen zu lassen, dass sie Sanierungen oder Sanierungsflächen werden.

00:19:40: Das heißt da schon zu versuchen richtig zu pflegen und die richtigen Baumarten zu fördern.

00:19:46: Wenn der Wald jetzt vielleicht schon in die Richtung tendiert dann gibt es aber auch verschiedene Möglichkeiten das wir gar nicht erst den Wald in Richtung nicht mehr funktionsfähigen Schutzwald abrutschen lassen und das ist einmal die Prävention also Waldbestände oder Baumbestände so gut zu durchforsten, dass wir dann eine höhere Einzelbaumstabilität zum Beispiel hinkriegen nicht mehr diesen Rheinbestand haben.

00:20:12: Aber auch und das machen die Kollegen in der Beratung Waldbesitzende darauf hinzuweisen wie sie mit ihrem Wald umgehen müssen und umgehen können dass sie da alle Funktionen noch erhalten können und das sind dann oft auch Bereiche, wo man noch ein bisschen was wirtschaftliches rausholen kann.

00:20:30: Und wenn man es nicht mehr kann... Dann sagt unsere Regierung bzw.

00:20:34: unser Gesetz, das ist eine Gemeinwohlleistung die mit dem Wald erbracht wird.

00:20:39: also es dient nicht nur der Person die den Wald besitzt sondern wie wir jetzt auch schon geredet haben vor allen Dingen der Bevölkerung generell.

00:20:47: Das heißt da werden die Waldbesitzenden auch mitgenommen und oft ist das eine kostendeckende Förderung die sie dann erhalten können und vor allem natürlich auch eine professionelle Beratung.

00:20:58: Das möchte ich an dieser Stelle auch noch mal betonen, für alle die jetzt Wald besitzen.

00:21:05: Wald in den Bergen, aber auch Wald im Mittelgebirg oder im Flachland.

00:21:09: Der Freistaat Bayern ist der Wald wichtig – nicht umsonst sind wir ja auch ein Waldland und unsere Regierung möchte das Bayern-Waldland bleiben.

00:21:17: Und deswegen gibt es tatsächlich zahlreiche staatliche Förderprogramme mit denen man gezielte Maßnahmen, nicht nur Wirtschaftsmaßnahmen sondern auch einfach Walterhalt unabhängig von Wirtschaftsentressen sich fördern lassen kann.

00:21:31: Gerade in den Schutzwaldflächen sind das hohe Fördersätze weil eben das auch so eine hohe Gemeinwohlleistung hat.

00:21:38: Und vor allen Dingen, man kann sich auch kostenlos individuell beraten lassen.

00:21:41: Also da einfach mit den Försterfindern – denn findet man über Google Einfach-Försterfinder eingeben – da findet man seinen zuständiges Amt für Ernährungslandwirtschaft in Forsten und dort seinen zuständig Förster und weiß, aha mein Wald liegt in der Fläche dann ist er der Förster für mich zuständig bei die Försterinnen.

00:21:56: Dann kann ich anrufen und kann mich vor Ort im meinem Wald von der entsprechenden Beratungsförstern individuell

00:22:04: Ja, genau.

00:22:05: Also sehr gerne nutzen – also es ist ja auch nicht nur die Aufgabe der Förster sondern auch die Aufgabe des Grundbesitzenden sich dazu informieren und weiterzukommen und am Ende dienst allen.

00:22:16: Ja und wenn man am Anfang schon gesagt gemeinsam geht's besser und es muss keiner das alleine machen!

00:22:21: Wie eigentlich in jeder Lebenslage?

00:22:23: Ja, wie eigentlich immer.

00:22:24: Gemeinsam geht's besser.

00:22:25: Egal ob an der Arbeit oder Familie oder im Bergwald.

00:22:28: So

00:22:28: ist es

00:22:29: ja!

00:22:29: Und das klingt für mich tatsächlich nach einem funktionierenden Plan.

00:22:31: und ich oute mich jetzt mal als Fan der Serie des A-Teams.

00:22:35: Und eines meiner Lieblingszitaten stammt von dem Chef des A Teams von Honeybirds.

00:22:39: Miss kennst du die Serie Sophia?

00:22:41: Nein!

00:22:41: Ach sorry...

00:22:42: Ich oute mir jetzt einfach.

00:22:44: Sophia.

00:22:44: ihr sehts ja nicht liebe Hörerinnen und Hörersophie er ist schon ein bisschen junger wie ich also ich bin noch der Jahrgang, wo die das Ateam noch kennen.

00:22:53: Aber es gibt es tatsächlich auf den Streamingdiensten auch zu sehen.

00:22:56: Ich sage jetzt nicht bei welchen.

00:22:57: Das wäre eine Erschweichwärmung!

00:22:59: Also und Hannibal Thymis hat immer in jeder Folge gesagt ich liebe es wenn ein Plan funktioniert.

00:23:05: Sophia wie ist denn dein persönlicher Einwand?

00:23:06: Funktioniert der Plan im Bergwald?

00:23:08: Ja der Plan funktioniert grundsätzlich schon aber unter der Voraussetzung die Schutzwalzenierung und Waldverträgliche Wildbestände gehen einfach Hand in Hand.

00:23:17: Ich weiß ja, dass über das Thema waldverträgliche Wildbestände sowohl im Flachland als auch in Hochgebirge leidenschaftlich diskutiert wird.

00:23:25: Und ich will auf gar keinen Fall jetzt eine Grundsatzdebatte vom Zaun brechen, denn das Thema Bergwald verdient heute unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.

00:23:34: Gleichzeitig kann ich nicht mit dir über den Schutz der Bergwälder sprechen und das Thema Schalen-Wild komplett ausklammern!

00:23:41: Jetzt mal ganz kurz und sachlich soviel – wo liegt das Problem oder wo liegt die Herausforderung im Bergwald?

00:23:47: Im Bergwald liegt die Herausforderung an zwei Punkten.

00:23:50: Einerseits, dass wir kürzere Vegetationsperioden haben und deswegen einfach die Bäume langsamer wachsen.

00:23:56: Wir haben schon gesagt, vierzig Jahre bis wir dann stabilen Schutzwald haben.

00:24:00: Das heißt, wir haben auch eine relativ lange Zeit in der Jungelbaum noch verbissen werden kann oder generell durch Schäden sehr anfällig ist.

00:24:08: Und wir haben ja noch die Herausforderungen das wir natürlich verschiedene Wildarten haben sowohl das Rotwelt als auch das Rehwild also auch das Gamswild.

00:24:17: Und die Baumarten, die wir in Zukunft brauchen, die klimafähig-klimastabil sind, sind halt dummerweise auch genau die Baumarten, die dem Wild am besten schmecken.

00:24:27: Das heißt, wir müssen auf diese Baumarten setzen – aber wir können das nicht wie früher machen und sagen, die Fichte regelt schon.

00:24:34: weil haben wir gesehen funktioniert nicht!

00:24:36: Wir brauchen andere Baumarten und um die anderen Baumarten also einen Klimastabilen, zukunftsfähigen Schutzwahl hochzukriegen müssen einfach die Wildbestände angepasst sein.

00:24:48: Zusätzlich haben wir natürlich noch die Witterung, die das Ganze nicht einfacher macht.

00:24:52: und das heißt wenn ein Baum verbissen ist und wir dann auch vitrige Witterungen haben wird es ganze noch schwieriger.

00:24:59: und wir haben halt auch nicht die Möglichkeit im Flachland dass wir da großfällig Bereiche einzäunen können.

00:25:05: Das funktioniert nicht mit dem Schnee, das funktioniert auch nicht mit anderen Tierarten, die da vorkommen wie zum Beispiel das Auerwild.

00:25:13: Weil das oft mit den Zäunen im Bergwald nicht klar kommt.

00:25:16: Das heißt wir haben ja dann einen Bereich der wieder aus dem Lebensraum rausgenommen wird mit dem Zaun und das wollen können wir nicht sowohl als naturschutzrechtlicher Sicht also auch ganz oft einfach vor dem Hintergrund dass der Zaun nicht dicht halten würde.

00:25:29: Und es heißt Waldverträgliche Wildbestände und erfolgreiche Schutzwalzenierung und intakte Bergwälder gehören einfach untrennbar zusammen?

00:25:37: Unbedingt!

00:25:38: Unbedingt.

00:25:39: Danke, Sophia für diese kurze und sachliche Darstellung wie das ist mit den Waldverträglichen Wildbeständen!

00:25:45: Ich lasse einfach dein klares Dateband jetzt mal so stehen.

00:25:48: Thema wechselt zu einem anderen heißen Thema nämlich Waldbrand.

00:25:52: Dieses Jahr auf einer ziemlich großen Waldfläche am Saorüsselkopf in den Kiemgauer Alpen also bei dir ums Eck hat der Wald gebrannt und das ganze noch in extrem steilem Gelände.

00:26:01: Also es war schutzweit er jetzt abgebrannt ist und jetzt sind große Bestrebungen dran diese Fläche schnellstmöglich wieder zu bewallen.

00:26:09: Was ist denn das Problem jetzt daran?

00:26:11: Also wir wissen schon natürlich, der Schutzwald ist jetzt weg aber da gibt es noch was anderes.

00:26:16: also ein Waldbrand ist ja auch nicht im Borkenkäfer und Waldbrände werden uns häufiger begegnen im Klimawandel so die Experten.

00:26:23: auf jeden Fall haben wir dieses Jahr ganz massiv gesehen in Europa.

00:26:27: Waldbrinde haben einfach sehr viel Potenzial im Klimawandel.

00:26:31: Und was jetzt am Sauresselkopf gerade das Problem ist, dass es da relativ lange und sehr intensiv gebrannt hat und deswegen der Humus gebrannt hat.

00:26:40: Der Humus in den Bergen ist wahnsinnig wichtig weil wir haben nicht so einen Bodenaufbau wie im Flachland, dass wir da verschiedene Schichten haben sondern es ist ganz oft Humus-Paket und dann Fels.

00:26:52: Das heißt, der Hummus ist die Lebensgrundlage von jeglichen Pflanzen, die darauf wachsen auch von den Bäumen.

00:26:59: Und wenn der Humus jetzt weggebrannt ist, dann haben wir vielleicht noch die Asche.

00:27:03: Vielleicht noch eine ganz dünne Humusschicht und dann kommt schon der Fels.

00:27:06: Jetzt wird mit jedem Starkregen, mit jeder Sonneneinstrahlung entweder den Humus weggewaschen oder wie nennen das der Schmilst weil er sich halt einfach umwandelt und am Ende hätten wir dann blanken Fels Schotterinnen und darauf.

00:27:21: in unserer menschenabsehbaren Zukunft kann da kein Wald mehr wachsen.

00:27:25: Deswegen ist es jetzt so wahnsinnig wichtig, dass wir den Humus, den wir noch haben unbedingt festhalten also das die Wurzeln den unbedingt fest halten von den Bäumen, die wir da jetzt pflanzen weil ohne Humus gibt's keinen Bergwald.

00:27:35: Das heißt der Humus ist sozusagen die Speisekammer des Bergwaldes.

00:27:39: er versorgt die Waldbäume mit den lebensnotwendigen Nährstoffen und wenn die Speisekammer leer isst Dann ist schlecht für den Wald.

00:27:46: Also das kenne ich ja bei mir, wenn daheim der Kühlschrank leer ist, dann ist auch beim jungen Wuchs zu Hause Alarm angesagt und die Bäume im Wald finden es halt auch blöd, wenn nicht Spaß

00:27:55: kann mal leer sein.

00:27:57: Aber Spaß beiseite Sophia!

00:27:58: Das was ich heute mitnehme von dir ist dass der Wald innerhalb der Waldgrenzen unbedingt Wald bleiben muss und zwar großflächig Weil er ist unsere grüne Lebensversicherung und das ist nicht optional, sondern es ist elementar.

00:28:12: Und zwar für alle Menschen die zum einen im Albenraum leben arbeiten und Erholung suchen also Stichwort Lawine, Moore Steinschlag und genauso wichtig auch für alle Leute die weiter weg wohnen mit Blick auf den Hochwasserschutz.

00:28:27: Also ich bin hier in Freising total dankbar dass ihr eure Arbeit zweiundfünfzig Kilometer entfernt macht damit ich ein trocknen Keller demnächst habe.

00:28:34: Ja,

00:28:36: sehr gerne.

00:28:36: Das ist der Hintergrundgedanke.

00:28:38: letztendlich ist das Schutzwald.

00:28:39: Der Bergwald ist unsere Lebensversicherung und auch unsere grüne Infrastruktur wenn man das so nennen kann.

00:28:48: Der Berghalt kann uns nachhaltig und vor allen Dingen ökologisch langfristig schützen und bereichert da unsere Berglandschaft wahnsinnig.

00:28:56: Das heißt mit dem Schutzwaldmanagement oder der Schutzwaltsernierung investieren wir letztendlichen in die Zukunft Weil wer den Bergwald schützt, schützt letztendlich auch seine Heimat.

00:29:05: Egal ob am Berg oder im Flachland.

00:29:08: Sophia, ein wunderbares Schlusswort für diese tolle Podcastfolge.

00:29:12: Und ich möchte an dieser Stelle mich zwar auch bei dir bedanken, Sophia, für dieses tolle Gespräch.

00:29:18: Ich habe ganz viel wunderbare Sachen über den Bergwald gelernt und werde jetzt in Zukunft beim Bergwandern mit einem noch anderen Blick durch die Berge gehen.

00:29:26: Genauso möchte ich mich aber auch bei allen Menschen da draußen bedanken – die seit vierzig Jahren mit viel Herzblut, Leidenschaften und Wissen unsere Bergwälder erforschen.

00:29:37: schützen und auch für die Zukunft sichern.

00:29:40: Vielen Dank für diese großartige Leistung, die so wichtig jetzt und in den nächsten Jahren ist!

00:29:45: Ja vielen dank und auch vielen dank dass wir das Thema aufarbeiten können was ja ein Herzensthema ist.

00:29:50: Ja das habe ich gemerkt.

00:29:51: Herzenthema?

00:29:52: Das ist der Stichwort für meine allerallerletzte Frage bevor ich dich in den Zug zurück nach Rosenheim bringen lasse.

00:29:58: Sophia stell dir mal vor du bist eine alte Dame Nur sitzt in einem Ohrenbackensessel, wahrscheinlich in einer zünftigen Berghütte.

00:30:06: Das Kaminenfeuer prasselt und um dich herum eine Schaf von Enkelkindern.

00:30:11: Und die sagen, Oma Sophia erzählen wir uns deine beste Waldgeschichte!

00:30:15: Was würdest du ihnen erzählen?

00:30:16: Also erstens bin ich ja noch wahnsinnig jung, das heißt, ich glaube, ich werde noch ganz viele gute Waldgeschichten erfahren.

00:30:22: Aber eine Geschichte die mir glaube ich nie wieder aus dem Kopf gehen wird... Ich war schon ganz viel in Nordamerika unterwegs und bin da auch schon durch Alaska mit dem Backpack gegangen Und da ist einem ja ganz bewusst, dass da wilde Tiere, also Wölfe, Bäre und so weiter sind.

00:30:41: Bären!

00:30:41: Und man hat ein ganz anderes Auge dafür... ...und dann jetzt vor ein paar Jahren war ich im Kiemgau unterwegs und bin da so meine Arbeit nachgegangen... ...dann ist man ja oft so sehr in Tunnelblick und überlegt sich was man als nächstes tun muss und schaut hier und dahin.

00:30:55: Dann bin ich tatsächlich über einen... Fotenabdruck gestolpert und konnte da meinen Augen einfach nicht trauen, weil es war der Foten-Abdruck von einem Braunbär.

00:31:05: Und das hat mich irgendwie so... Ja!

00:31:08: Auch wieder geerdet und auch wieder zurückgeholt, dass ich sage hey es ist die Natur mit der ich arbeiten darf.

00:31:14: Es ist nicht irgendein Objekt sondern das ist ein Lebensraum.

00:31:18: und das ist wahnsinnig toll, dass selbst in unserem sehr dicht besiedelten Alpenraum, in unserem Bayerischen Alpenraum da irgendwie so'n kleines Stück ja wilde Natur, die jetzt eigentlich nur aus so riesigen Landschaften aus Nordamerika kennen wie da zurückkommt.

00:31:32: Ein bisschen Kanada in unseren bayerischen Alpengagen.

00:31:35: Das würde mich schon beeindruckend!

00:31:38: Danke, dass du diese Geschichte mit uns geteilt hast, Sophie.

00:31:40: Danke, das du den Weg aus dem Bergen hierher auf dich genommen hast für dieses tolle Gespräch.

00:31:45: Herzlichen Dank und auch danke für deine Arbeit!

00:31:47: Und ich bin ganz gespannt was du in den nächsten Jahren mit deiner Arbeit macht.

00:31:51: Du bist tatsächlich noch eine junge Kollegin und ich bin sehr happy, dass ihr noch ganz viele tolle Jahre die Schutzwaldmanagement Aufgaben übernimmst.

00:32:00: Vielen Dank, vielen Dank für die Einladung.

00:32:03: Wer von euch jetzt tiefer in das Thema eintauchen will, der findet weitere Infos und Links zum Thema in den Show-Nord.

00:32:11: Hat euch die Folge gefallen?

00:32:12: Dann empfehlt uns weiter und lasst gerne eine Bewertung da!

00:32:16: Fünf Sterne heißt wir haben unser Waldwissen für euch kompakt klar und konkret auf dem Punkt gebracht.

00:32:24: Ihr wollt mehr Wald wissen?

00:32:26: Kein Problem – dann lasst uns ein Abo da!

00:32:28: Besucht unsere Webseite unter lbf.bayern.de oder folgt uns auf LinkedIn.

00:32:34: Wenn ihr Fragen zu einem bestimmten Waldthema habt, dann schreibt mir einfach eine Mail an socialmedia at lwf.bayern.de.

00:32:44: Hier an der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft finde ich bestimmt die passende Fachfrau oder dem passenden Fachmann, der eure Waldfrage beantworten kann!

00:32:54: Das war's für heute – wir hören uns nächsten Monat wieder zu einer neuen Folge von Forstcast, eurem Waldpodcast.

00:33:15: So, ich trinke noch einen Schlopp Tee und dann geht's los.

00:33:22: Der Baum?

00:33:23: Der Jungebaum?

00:33:25: Wildverträgliche Wildbestände... Nein!

00:33:27: Wald verträglichen Wildbeständen...

00:33:30: Und ein guter Plan.

00:33:32: Kraft der Läb-blp.

00:33:35: Na das macht keinen Sinn.

00:33:38: Okie Dokie!