Baum des Jahres 2026: Ausgerechnet die Zitterpappel?

Shownotes

Bisher galt die Zitterpappel eher als unscheinbare Allerwelts-Baumart. Zu Unrecht, findet Baumexperte Johann Geiger. Denn sie wächst dort, wo andere Baumarten an ihre Grenzen stoßen: Auf Kahlflächen nach Sturm, Waldbrand oder Borkenkäfer und trotzt dabei Hitze, Frost und Trockenheit.

Warum Forstleute die Zitterpappel als Joker im Klimawandel neu entdecken, hört Ihr in dieser Folge von Forstcast.

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00:00:00: Die eher unspektakuläre Zitterpappel ist dieses Jahr Baum des Jahres.

00:00:06: Und ich habe so manche Stimme gehört, die etwas irritiert gefragt hat was es denn an dieser Baumart so besonders dass sie ausgezeichnet wird?

00:00:15: Die wächst doch überall wie Haare auf dem Hund!

00:00:18: Zugegeben, einig dieser Stimmen war meine eigene.

00:00:21: Aber zum Glück habe ich hier an der LWF in Freising über zweihundert Experten zu allmöglichen Waldthemen und einen Mann am LWf lässt sich heute von mir zur Zitterpappel löchern – das ist Johann Geiger!

00:00:34: Und wenn ihr diese Episode bis zum Schluss anhört erfahrt ihr, warum die Zitterpuppel der Joker im Wald ist und ob die Zitterpappe wirklich zittert?

00:00:44: Mein Name ist Hildegard Vogel und ich bin Försterin aus Leidenschaft an der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft.

00:01:02: Hallo und herzlich willkommen zu Forstcast, deinem Waldpodcast!

00:01:07: Hallo Hans!

00:01:08: Hallo Willtegart Christig.

00:01:09: Ich bin der Hans Geiger Waldbautrainer für Nordbayern an der LWF in der Abteilung Waldbau.

00:01:16: Unsere Aufgabe ist Kolleginnen und Kollegen zum Thema Waldbau vorzubilden, da Seminare anzubieten landesweit und das richtet sich vor allem an die Försterinnen und Förster der Forstverwaltung.

00:01:30: Das heißt sie macht interne Fortbildung sozusagen?

00:01:32: Genau wir haben aktuelle Themen zum Beispiel Waldbau im Klimawandel.

00:01:37: welche Baumarten können im Klima wandel noch gut existieren?

00:01:42: welches sind resilient und fahren zu die Ämter hinaus, von Erschaffenburg bis Berchtesgaden.

00:01:48: Und vom Hof bis ins Allgäu um Vorort mit den Kolleginnen und Kollegen das zu diskutieren und zu

00:01:53: erarbeiten.".

00:01:54: Das sah ich so ganz labidar ausgedrückt.

00:01:56: Hans bist du ein richtiger Baumarten-Nörd?

00:01:59: Deswegen habe ich dich auch gefragt ob du heute zur Zitterpappel in den Forskars kommst... Weil ich habe jetzt schon wirklich oft gehört, dass sich die Menschen fragen, warum ausgerechnet die Zitterpappel als Nullach-Fünfzehn pionierbar am Arzt zum Baum des Jahres zwei Tausendsechsundzwanzig ausgezeichnet worden ist.

00:02:16: Und die meisten sagen, naja das einzige Besondere an der Zitterpoppel ist sie wächst überall!

00:02:21: Wie siehst du das?

00:02:23: Ja, das mit dem Überallwachsen ist neu zu richtig.

00:02:26: Sie war lange Zeit jahrzehntelang bei Försterinnen und Förstern sehr unbelebt Ein bisschen verschrien als Bedränger, als Reiber, Peitscher von den Hauptbaumarten Fichte, Kieferbuche und so weiter.

00:02:40: Man hat sie früher stark entnommen und eher zurückgedrängt und hat ihre positiven Eigenschaften lange Zeit wenig geschätzt.

00:02:48: aber jetzt im Klimawandel müssen wir eine robuste Allrounderin wie die Zitterpapel auch mit auf dem Sturm haben.

00:02:56: Jetzt bin ich neugierig.

00:02:57: Du sagst schon robust und in besonderem Baumart im Klimawandel, das klingt danach als wenn die Zitterpappel doch besondere Eigenschaften hätte und durchaus eine Baumart ist, die dem Klimawandeln die Stirn bzw.

00:03:10: die Rinde bieten kann

00:03:11: Definitiv.

00:03:13: Die Zitterpoppel hat von allen unseren heimischen Baumarten mit Abstand das größte Verbreitungsgebiet, die wächst also von Süditalien, Nordspanien bis weit an dem Polarkreis noch ganz weit nach Ostasien, also bis Kamchatka und nach Japan.

00:03:31: sogar in der Mongolia und Ostkina kommen sie noch vor weil sie eben sehr geringe Temperaturen aushält.

00:03:39: Sie ist also sowohl Winterfrost hat, als auch Spätfrost hart und kommt auch mit einer gewissen Sommerhitze noch klar.

00:03:47: Aber sind das nicht so klassische Eigenschaften von Pionierbaumarten?

00:03:52: Robust Frost-Hart hitzeverträglich?

00:03:54: Das ist richtig!

00:03:55: Ja genau die Aspe oder Zitterpappel ist die klassische Pionniabarmart.

00:04:00: sie wächst zusätzlich sehr schnell.

00:04:02: was auch die meisten Pionnierbaumarten machen ist sehr gut auf Kahlflächen, auf denen der Samen dann keimen kann.

00:04:09: Ganz besonders auch auf Brandflächen.

00:04:12: Da sind ja eigentlich diejenige, die auf Brand Flächen am besten und am schnellsten wieder keimt.

00:04:18: Und leider haben wir auch in Bayern zunehmend Waldbrandflächen wo die Zettopapel ein wertvoller Pionier ist, der diese Flächen wieder besiedelt.

00:04:29: Und gerade auf den Kohlflächen haben wir große Probleme also wie die Förster und die Waldbesitzenden mit Konkurrenz-Vegetation, also mit Baumwähre, Himbeere und anderen Gräsern für den Gräser in extremen Bedingungen.

00:04:42: Klimatischer Art, also Hitze, Frust – all diese Extreme dann Erosion.

00:04:48: Und da ist die Zitterpapel eine robuste Art, die gut damit klarkommt und je größer die Kahlfläche umso wichtiger dass diese Robusten Pioniere dort auch wachsen können und wir sie beteiligen.

00:05:01: Und wir haben ja leider die letzten Jahre durch den Klimawandel viele Kohlflächen, Großkohlfläche durch Borkenkäfer- und Sturmschäden.

00:05:10: Da werden wir jetzt in der Bubble brauchen als Begleitbaumart.

00:05:12: Also von dem Pionierbaumarten ist es schon diejenige, die die breiteste Ampetude hat und eigentlich diejenig, die am robustesten ist?

00:05:20: Ja kann man so sagen sicher zusammen mit der Birke und anderen Salveide zum Beispiel.

00:05:26: Aber diese extreme Frosthärte und gleichzeitig aber auch Sommerhitze auszuhalten, das extrem schnelle Jugendwachstum.

00:05:36: Das kommt uns natürlich

00:05:38: zugute.".

00:05:39: Und eben der Joker bei Waldbrandflächen – ich habe auch im Vorgespräch erfahren dass sie besonders gut in der Asche!

00:05:46: Keimt, das heißt die Fläche ist abgebrannt.

00:05:49: Man muss nicht großartig irgendwas vorbereitende Maßnahmen treffen um den nächsten Waldfläche wieder zu bewalten sondern die kann einfach sofort auf der unbehandelten Fläche neu begründet werden.

00:06:02: Ja und wir müssen sie meistens gar nicht pflanzen Sondern Sie fliegt ja... Der Samen ist extrem leicht, fliege bis so drei Kilometer weit.

00:06:12: Das heisst wenn im Umkreis von zwei drei Kilometern da Zitterpapeln stehen kann es sein, dass sie sich da selbst verjüngt oder sie macht's über Wurzelbrot.

00:06:20: Wenn in der Nähe alte Zettepapeln stehen können die Überwurzelbrote sich da sehr gut auf dieser Fläche verjungen.

00:06:27: Wenn wir jetzt über den klassischen Vorwald sprechen das heißt Wiederbewaltung nach einer großen Schadfläche und du sagst Sie wächst sehr schnell?

00:06:36: Wegst sie denn auch so, dass man in einem gewissen Zeitraum auch ihr Holz nutzen könnte?

00:06:43: Ja bisher hat man von der Holzqualität der Zitterpapel wenig gehalten, auch weil sie ein Tod hast.

00:06:50: Erhalter ist das heißt die Dürren-Este bleiben sehr lange am Stamm und fallen nicht ab, wachsen mit ein und das mindert natürlich die Holzkwalität.

00:07:00: Die Lösung dafür ist natürlich Wertastung.

00:07:02: also wenn wir bei der Zittepapel Wertholz erzielen wollen dann müssten mir die besten Gradesten wie Talsenstämme asten und ansonsten ist sich durch den schnelle Jugendwachstum schon mit sechzig Jahren so dick, dass wir sie mit sechszig Jahren schon ernten könnten und das Holz dann auch für höherwertige Verwendungen nutzen könnten.

00:07:22: Und positiv an ihr ist natürlich auch die sehr gute Streu, die sich gut zersetzt dadurch relativ schnell wieder guten Homus gerade auf diesen Kohlflächen bildet.

00:07:34: man findet also wenn wir jetzt im Spätsommer durch die Wälder gehen finden wird die Streue vom vorher schon nicht mehr weil die sich schon zersetzte hat.

00:07:41: Gibt es auch irgendwas, was die Zitterpapel nicht so gerne hat?

00:07:45: Also was ich nicht kann und nicht mag ist das Schatten.

00:07:48: Sie ist eine extreme Lichtbaumart.

00:07:50: Das heißt nur im allerersten Jahr wenn sie keimt, kann sie ein bisschen Schatten aushalten aber dann, wenn der Schatten weiter bleibt, dann verkommt sie wieder.

00:08:00: Sie braucht das volle Licht.

00:08:02: D.h.,

00:08:03: da kann man sich auch waldbaulig... Wenn man sagt, man will nicht zu viele Zitterpopeln haben und keine Zitterpapele reinbestände haben Kommt man sie über die Lichtlosierung eigentlich auch gut steuern?

00:08:12: Du sagst zweitbaulig und man kann sie auch steueren.

00:08:15: Was wir siehten das aus, also wenn ich sage Ich will jetzt die Zitterpappel in einem gewissen Umfang auch irgendwann mal nutzen als ihr Holz nutzen Wie lange braucht es denn bis ich Sie erstens wirklich gut nutzen kann?

00:08:28: Und gibt's irgendwas zu beachten?

00:08:30: Ja, wie gesagt wenn wir sie gut pflegen rechtzeitig freistellen kann sie mit sechzig bis siebzig Jahren schon so dick sein dass wir sie ernten können.

00:08:39: und das macht auch Sinn weil sie in der Regel ab siebzig achtzig spätestens neunzig Jahre eine Kernfolie bekommt.

00:08:46: Das Holz fault dann von innen heraus und ist dadurch natürlich weniger wertvoll.

00:08:53: das heißt wir versuchen durch die Konsequente, durch Forstung sich schnell dick zu kriegen.

00:08:58: Und dann können wir sie auch mit sechszig, fünf bis sechszig Jahren

00:09:00: ernten.".

00:09:01: Und das ist jetzt in Waldzeiträumen gedacht ja wirklich sehr schnell wenn wir jetzt mal an unserer Hauptbaumarten denken also zum Beispiel Buche.

00:09:08: Das braucht schon so hundert, hundherzwanzig Jahre bis wir da einmal für den Verkauf spannender Holzdimensionen bekommen

00:09:14: Richtig.

00:09:15: Und da sieht man eine Chance bei der Zitterpapel, dass die als Pionier dann eher geerntet werden kann und unter der Zittepapel ja dann diese längerlebigen Baumarten wie Buche oder Tanne weiterwachsen können.

00:09:28: wenn die Papel geernted ist, können die Tanne und die Buche den Platz einnehmen und weiter wachsen.

00:09:33: Stichwort Vorwald, da komme ich gleich nochmal drauf zurück Hans.

00:09:36: Ich habe noch eine Sache.

00:09:38: du hast gesagt die mit der Holzqualität war man ein bisschen auch nicht so überzeugt davon.

00:09:43: Ich hab jetzt mal überlegt wo mir das Zitterpapel oder das Holzerzitterpappel in meinem Alltag begegnet.

00:09:48: also ich sehe sie nur als Streichhölzer aber ich vermute auch darunter schätze wahrscheinlich die Zitter Pappe.

00:09:55: gibt es noch irgendwas anderes wo ich Zitter Papelholz sehen könnte?

00:10:01: Das mit den Zündholzern bist du vollkommen richtig.

00:10:03: Das war eine der Hauptverwendungen in Mittel- und Nordeuropa, also neunzig Prozent aller Zündhölzer die wir enthalten haben sind aus Aspenholz als aus Detopabelholz weil das Holz eben sehr leicht und sehr weich ist, und deswegen als Bauholz nicht so geschätzt wird.

00:10:20: Wobei es aber auch in Skandinavien tatsächlich auch Scheunen gibt die aus Zitterpappelholz gebaut sind.

00:10:27: Man muss da nur für konstruktiven Holzschutz sorgen.

00:10:30: Das heißt einen langen Dachüberstand damit der Regenwasser nicht an das Holz hinkommt, weil es halt nicht widerungsbeständig ist.

00:10:38: Ansonsten... wird sehr viel für Zellstoff und Papier verwendet, für Sperrholz ganz viel.

00:10:45: Neu zu alle Tischtennisschläger sind unter anderem aus Aspenholz mit gebaut und wo sich es sehr gut eignet ist für den Saunabbau weil das Zitterpapelholz kein Herz enthält und auch sehr gut die Wärme hält und temmt und da lässt sich dann sehr gut drauf sitzen und liegen.

00:11:05: also die Finnen schwören auf die Zitterpoppel in der Sauna

00:11:09: Und wenn die Profis, also die Saunaprofis drauf schwören dann muss das auch wirklich gut sein.

00:11:15: Also an alle Sauna-Fans ihr entspannt euch sehr wahrscheinlich auf dem warmen Weichenholz der Zitterpappel.

00:11:20: und Hans definitiv ich habe das Holz als Zitterpoppel unterschätzt.

00:11:25: Es gibt weit mehr Möglichkeiten Zitter-Pappel-Holze zu nutzen als nur in Streichhölzern.

00:11:30: Gibt es noch etwas anderes was wirklich besonders ist zur Zitter Pappel außer bei Holz und Waldbau?

00:11:35: Die Zitter Poppel ist also nach unseren Eichenorten mit die spannendste und wichtigste Baumart für den Naturschutz.

00:11:43: Sie ist eine sehr, sehr wichtige Futterpflanze für über sechzig Schmetterlingsarten.

00:11:50: Und zwar sind ganz tolle Tagfalter dabei wie der Mai-Vogel, wie der große Eisvogel ,der kleine Schillerfalter, der große Fuchsaltese, Raupen dieser Schmetternlinge ernähren sich überwiegend Zitterpapel, dann gibt es auch noch Nachtfalter die wir kaum so kennen.

00:12:13: Zum Beispiel ein Papelschwärmer oder eine Papelspinner haben ganz lustige nahmenhaftische Schmittelinge, die sehr gerne die Blätter der Zitterpoppel schätzen.

00:12:23: und auch Käfer gibt's einige, die an der Zittepapel leben und an den Käfern natürlich wieder die Vögel die dann diese Käferlein und auch die Raupen der Schmetterlinge oft fressen.

00:12:37: Also für den Naturschutz, für die Vielfalt – auch in der Fauna eine sehr, sehr wichtige Baumart!

00:12:44: Und einer, der sie auch sehr schätzt?

00:12:46: Das ist der Biber, der liebt natürlich das weiche Holz.

00:12:51: Ihr wisst ja alle, dass Biber natürlich Bäume fällt und die Rinde und die Knospen zu fressend sich davon zu ernähren.

00:12:58: Der kann natürlich so eine weiche Aspe viel schneller fehlen als eine Eiche mit einem sehr harten Holz.

00:13:06: Also, wie bei lieben Zitterpappeln ist der perfekte Brotzeitbaum.

00:13:12: vielleicht liegt es auch daran dass die Rinde und der Bast der Zitterpoppel Salicylsäure enthält.

00:13:20: das ist ja derselbe Stoff aus dem Aspirin aufgebaut ist.

00:13:24: Und vielleicht wenn er dann Zahnschmerzen hat durch das viele Nagen oder Kopfschmerz ich weiß es nicht Dann frisst er ein bisschen mehr Rinde von der Aspe und die Zahn- und Kopfschmerzen gehen wieder weg.

00:13:34: Aber nicht nur für den Biber ist sie vielleicht ganz heilsam, sondern auch für die Medizin des Menschen.

00:13:41: Also es ist erwiesen dass der Past Vitamin C enthält und eben ähnlich wie die Weiden in dieser Salicylsäure, dieser Wirkstoff, der am aspirin ist.

00:13:51: Und wir wissen das indigene Völker also gerade Richtung Sibirien, Mongolai über Jahrtausende hinweg aus dem Sud der Rinde sich da Tees und Aufgüsse bereitet haben gegen Vitamin C-Mange, auch als Schmerzmittel.

00:14:07: Ich merke gerade wieder, ich hab wirklich die Zitterpappe schon wieder unterschätzt.

00:14:11: Also nicht nur ihre Eigenschaften als Pionierbarmart und auch ihr Holz sondern auch das was sie sonst noch kann.

00:14:17: also ich habe überhaupt gar nicht gewusst dass es so viele Raupen und seltene Schmetterlinge und auch so viele Käfe von Vögel gibt, die auf die Zitterpappel angewiesen sind.

00:14:25: Und das historische Schmerzmittel?

00:14:28: Das kannte ich auch nicht!

00:14:29: Also bisher kannte sich nur den Weidenrinden-Tee als klassisches Schmerzwittel.

00:14:33: Aber dass auch diese Salizüser in der Zitterpappelrinde enthalten ist, das ist mir jetzt ganz neu.

00:14:40: Und ehrlich gesagt ich bin allerdings froh, dass sich keine Rinden so trinken muss, sondern dass wir hier in unserem Breiten einfach in die Apotheke unseres Vertrauens gehen können und einfach eine Packung Schmerzmittel kaufen.

00:14:50: Ich habe noch eine Frage zum Biber weil du meintest er liebt natürlich die Pappe oder die Zitter Pappe ganz besonders.

00:14:57: weißt Du wie schnell ein Biber so ne Zitter pappelfällen kann?

00:15:02: Also ich habe selber gesehen, dass er innerhalb von zwei Tagen – also auch dann vierzig Stunden wenn man so will oder zwei Nächte einen Baum mit ungefähr fünfzig Zentimeter Durchmesser komplett gefällt hat.

00:15:12: Wow!

00:15:12: Also durchaus schnell und eben auch viel schneller als bei hartholzigen Baumarten wie jetzt Birke oder Eiche?

00:15:18: Das ist echt schnell.

00:15:19: wow Ich bin beeindruckt.

00:15:21: Also ein Zentimeter-Durchmesser, das ist mehr wie das normale Schulinial was wir alle kennen Und das in zwei Tagen, das is wirklich zackig.

00:15:31: Jetzt hast du schon eine ganze Vielzahl an besonderen Qualitäten der Zitterpapel aufgezählt und ich kann mir vorstellen, wenn ich Försterin oder Waldbesitzer bin sage ich ja die Zitter Papel will ich in meinem Wald haben.

00:15:43: Was ratet ihr denn bei euren Waldbautrainings?

00:15:46: Wir raten die Zittepapeln kommen oft von Selbstwing genug Licht aus auf den Kohlflächen.

00:15:51: und ich sag immer die Zitterpaple ist die Boche des kleinen Mannes, Boche deswegen weil sie eine ähnlich gute Streu hat also den Boden verbessert sodass dann in ihrem Schatten andere Baumarten wieder gut wachsen können.

00:16:03: Und unser Credo ist einfach nicht gegen die Zettepapel zu arbeiten, sondern mit ihr, mit der Natur zu arbeiten.

00:16:11: und dass die Zetepapels so robust sind und sich soweit verbreitet hat, hat ja gute Gründe.

00:16:19: Als Mischbaumart in sehr lichten Wäldern können wir sie gut brauchen besonders wie gesagt als Vorwalt Auf Kahlflächen nach Windwurfkäfer, Waldbrand.

00:16:28: und in ihrem Schutz unter der Zitterpapel können dann Buchen, Tannen andere Baumarten gut Nachwachsen sind dort geschützt vor Frost, vor Extremtemperaturen, vor Sonne.

00:16:41: Und dann bekommen wir wieder einen guten Mischwald weil die Zitterpoppel eine lichte Graune hat.

00:16:47: das heißt da fällt genug Licht durch dass unter der zitterpappelt zum Beispiel die Tanne aber auch die Buche weiter wachsen kann.

00:16:55: Das heißt, die Zitterpappel bietet die Kinderstube für unsere nächste Waldgeneration und in unseren klassischen Hauptbaumarten auch ihren Platz wiederfinden.

00:17:05: Genau so kann man das sagen.

00:17:06: Trotz aller Vorteile der Zitter Pappel war sie ja bisher wirklich wenig beliebt.

00:17:11: Du hast es schon angesprochen.

00:17:13: Auch die positivem Eigenschaften waren bis hier weit unterschätzt.

00:17:16: Das Holz war jetzt noch nicht ganz so beliebt – das haben wir schon entkräftet, dass schnellen und kurzen Zeitraum mit der Zitterpapel spannende Holstimension erreichen kann.

00:17:27: Und auch das Holz nicht nur für Streichholz, sondern auch für andere Verwendungszwecke verwenden kann.

00:17:33: Jetzt ist es aber so dass die erstens die Zitterpoppel totolz halter ist.

00:17:37: Das heißt sie hält ihre Äste sehr lange was nicht so gut für die Holzqualität ist.

00:17:42: Und des zweites ist ihre Ästen brechen unter dem Gewicht von Schnee relativ.

00:17:47: Schnell.

00:17:48: Was sagst du da in neuen Waldbautrainings?

00:17:50: Was spricht dann trotzdem dafür, auf die Zitterpappel zu

00:17:53: setzen?".

00:17:54: Das ist korrekt vollkommen richtig.

00:17:56: Dieses Schneebruchgefahr besteht aber der Zeitraum.

00:17:59: wenn wirklich nasser schwere Schnee bei uns fällt verschiebt sich Täninsel auch nach hinten.

00:18:05: das heißt wir haben selten im Dezember schon oder November-December schon nassen Schnee und später sind dann diese goldgelben Blätter der Zitter Pappel schon abgefallen und die Schneebach-Gefahr ist geringer.

00:18:19: Auch von der Höhenlage her kann man sagen, dass bis zu sechshundert Meter mehres Höhe die Schneebachgefahr geringen wird.

00:18:26: also dieses Risiko scheint sich etwas zu vermindern.

00:18:30: was bleibt?

00:18:30: Ist das Windwurfrisiko im Sommer?

00:18:33: wenn ein Gewittersturm kommt das habe ich jetzt erst am Sonntag wieder gesehen dann sind die vollbelaubten Zitterpapeln natürlich Teilweise ein Opfer dieses Sturms, bei Winterstürmen ist es eher unproblematisch weil da das Laub nicht dran ist und weniger Widerstand da ist.

00:18:49: Und es gibt noch jemanden der nicht ganz so begeistert ist wenn die Zitterpappel in der Nähe von Feldern wächst, dass sind nämlich Landwirte, weil die Zitterpappe ihre landwirtschaftlichen Flächen im Handumdrehen auch wieder in den Wald verwandeln würde?

00:19:03: So ist es!

00:19:03: Richtig, das nennt man Subzession.

00:19:06: Durch die Wurzelbrot kann die Zitterpappel relativ schnell in so eine Grünfläche hineinwachsen.

00:19:13: Aber wenn die Fläche ein-, zweimal im Jahr gemäht wird dann ist das Problem ja obsolet.

00:19:19: aber auf Flächen wo wir das schätzen jetzt zum Beispiel eben diese Waldbärmflächen da ist diese Wurzelbrot eher positiv zu beurteilen.

00:19:27: Hans, du hast schon ganz viel Neues und auch Besonderes über die Zittepappe erzählt.

00:19:32: Eine Besonderheit, die interessiert mich noch und die haben wir bisher noch nicht geklärt.

00:19:36: Nämlich ihren Namen!

00:19:37: Erstens hat die Zitterpappel noch zwei weitere Namen also man kennt sie auch unter Aspe oder Esbö Also Zittern wie Espenlaub oder Aspenlaub Und des Zweite Zitter die Zittapappel.

00:19:49: also warum heißt jetzt Zitter Pappel-Zitterpappe?

00:19:52: Gute Frage.

00:19:53: Die ZitterPapple hat eine Besonderkeit Sie hat sehr lange Stile und diese Stile sind seitlich platt gedrückt und die Blätter selber sind ziemlich rundlich leicht gebuchtet.

00:20:04: Und durch diese Kombination reicht der leiseste Windhauch, dass sich diese Blätter im Wind bewegen und rascheln.

00:20:11: Und wenn man wirklich darunter steht, das Gefühl hat sie zittert jetzt oben.

00:20:15: Daher der Name und auch daher diese Redewendung zittern wie Espenlaub.

00:20:20: Das ist ja eine ganz alte Redewindung!

00:20:21: Ein Funfact noch – der botanische Namen der Zitterpappel Populus tremulae.

00:20:28: Das kann man ja aus der Musik, Tremolo.

00:20:30: Auch das Zittern sozusagen.

00:20:31: und Populus ist dasselbe Wort wie ... Also das lateinische Wort für Volk weil die Römer schon gesagt haben, das sind so viele Blätter dran und die Baumart ist so wichtig, dass sie dieses Gefühl gehabt haben diese Zitterpapel ist so richtig und haben dir den selben Namen gegeben wie das Wort für volk finde ich spannend.

00:20:52: Das ist wirklich spannend und das heißt, selbst die alten Römer wussten schon.

00:20:57: Die Zitterpappel ist mit Nichten eine Null-Auch-Fuft zum Baumart, sondern eine sehr besondere Baumart und damit haben wir jetzt auch wirklich abschließend geklärt warum die Zitter Pappel die Auszeichnung zum Baum des Jahres es mehr als verdient hat.

00:21:11: Und wer jetzt noch mehr über diese spannende Baumart erfahren möchte, dem kann geholfen werden.

00:21:16: Nämlich am XXIII.

00:21:18: Juli diesen Jahres bietet wieder ihre Online-Tagung zum Baum des Jahres an und alle die interessiert sind können sich anmelden zu dieser Online Tagung.

00:21:28: Wir stellen euch den Anmailing wieder in die Show Notes!

00:21:32: Und es wird auch passend zur Tagung ein neues LWF-Wissen geben, einen Compendium in dem man alles Wissenswerte zu Zitterpappel finden kann.

00:21:40: Auch dieser Tagungsband wird zur Online-Tagung fertig sein und ich denke mal so ab Ende Juli auch bei uns auf der Website zu bestellen sein – auch den Bestellling, die Bestellsite packe ich euch hier in die Schaunots!

00:21:52: Mein persönliches Fazit über die Zitterpoppel ist definitiv ein unterschätztes Around Talent und auch im Klimawandel können wir auf diese Baumart nicht mehr verzichten.

00:22:03: Kleine Zeitinfo, wer noch immer daran zweifelt ob wir jetzt in Bayern noch Wetter oder schon Klimawandel haben, den empfehle ich die Forstkastfolge Nummer achtzehn.

00:22:12: Darin beantwortet nämlich unsere Expertin Laura Wachtweitel Die Frage aller Fragen Haben wir in Bayern auch Wetter?

00:22:19: Oder ist das schon Klima?

00:22:20: wandel also einfach rein hören Hans, zurück zur Zitterpappel.

00:22:23: Es ist ja absehbar dass wir in den nächsten Jahren mehrere Schadflächen haben werden aufgrund von Stürmdürre und Borkenkäfer.

00:22:31: Hilft uns da die Zitterpoppel?

00:22:33: Auf jeden Fall!

00:22:35: Diese Kahlflächen sind ja die große Herausforderung für Förster- und Wahlbesitzerinnen weil wir dort eben wie gesagt diese extremen Bedingungen mit Frost, mit Hitze, Trockenheit haben.

00:22:47: Und wenn wir die Natur beobachten, dann sehen wir dass die Natur auf diesen extremen Flächen halt auch nicht wieder empfindliche Baumarten wie Tania oder Buche gleich bringt sondern erst mit den robusten Pionieren startet.

00:22:59: Mit der Zitterbabel, mit Birke, Sauleweide und anderen.

00:23:03: Deswegen ist es glaube ich schlau da die Natur zu beobachen und so sagen okay wir machen's ähnlich wie die Natur lassen erst dem Pionier in ihrem Platz Dann können die anderen Mischbarmaten wieder kommen und da ein bisschen Geduld haben, mit diesem Vorwald zu arbeiten.

00:23:21: Diese positiven Eigenschaften des Schutzes vor Hitze, Frust, Ausdrucknung, Erosion zu nutzen und dann darunter mit den Hauptwollt-Barmaten weiterzuarbeiten.

00:23:33: Und natürlich auch mit einzelnen sehr guten Aspen, die man auswählt und dequeren lässt.

00:23:39: Und auch hier höre ich wieder das, weil es überhaupt im Klimawandel heraus bei dir.

00:23:43: Das Wichtigste ist, dass Wald bleibt, denn der Wald liefert uns als Gesellschaft noch so viel mehr als nur Holz.

00:23:50: und was mir auch wirklich gut gefällt, ist euer Ansatz.

00:23:53: wir machen es wie die Natur.

00:23:55: oder um mal einen berühmten Blockbuster zu zitieren Die Natur findet ihren Weg.

00:23:59: und warum nicht einfach schauen welchen Weg die Natur findet und es ihr gleich tun?

00:24:03: Johann, das war ein wunderbares Pelloyer heute für den Wald und für dem Baum des Jahres.

00:24:10: Und ich bin es immer wieder faszinierend!

00:24:12: Ich bin schon so lange Försterin und ich lerne mit jeder Episode von Forstkast immer wieder Spannendes und Neues über den Wald – und ich wünsche uns allen, dass wir diese Faszination für den Wild uns allen bewahren werden.

00:24:24: Damit sind wir jetzt schon am Ende unserer Podcast-Folge angekommen Hans und ich habe noch eine nichtfachliche Frage-Grenz zum Schluss Weil für uns alle spielt der Wald ja so eine große Rolle im Leben.

00:24:36: Und wir verbringen auch relativ viel Zeit beruflich und vielleicht auch privat im Wald, und wir alle haben schon Situationen im Wald erlebt die uns zum Lachen, zum Schmunzeln oder auch zum Nachdenken angeregt haben.

00:24:48: Ich stelle dir mal vor Hans du bist ein alter Herr sitzt in deinem Ohrenbackensessel deine Enkelkinder um dich herum dem Kaminknister des Kaminfeuer und du hast ne Tasse heiße Tee in der Hand.

00:24:57: und deine Enke fragen dich Opa Hans, erzähl uns eine beste Weitgeschichte.

00:25:02: Welche Geschichte würdest du Ihnen erzählen?

00:25:04: Zur Zitterpapel habe ich tatsächlich eine Geschichte als junger Förster vor vielen Jahren.

00:25:11: Da war ich draußen beim Auszeichnen.

00:25:13: Das Außzeichnen heißt also die Förster markieren die Bäume, die dann beim nächsten Einschlag entnommen werden und wollte gerade eine Zitterpoppel markieren zur Entnahme weil diese dicke Zitter-Papeln neben einer schönen Eiche gestanden waren die Zitterpapel dann weichen sollte für die Eiche.

00:25:29: Und wo ich gerade sozusagen das Sprühdose ansetze, höre ich um Geräusch von dem Baum und schaue dann doch nochmal rauf und sehe dass so in sieben acht Meter Höhe ein Loch in der Zitterpoppel ist und da junge Bandspechte drin sind und da gerade so rausgeschimpft haben.

00:25:46: Natürlich habe ich dann die Zittepapeln nicht entnommen sondern die markiert als Spechbaum damit die stehen bleiben kann und diese Höhle Spätere Nachmieter, also Meisen, Fledermäuse, Hornissen, der da noch alles reingeht stehen bleibt.

00:26:01: Das war mir eine Lehre immer gut hinzuschauen und nicht total hektisch schnell zu machen sondern zu beobachten draußen die Bäume genau anzuschaut bevor man die Entscheidung trifft.

00:26:14: Vielen Dank Hans, dass du heute da warst.

00:26:16: Das Gespräch hat mir große Freude gemacht und ich wünsche jetzt einen wunderschönen Nachmittag!

00:26:21: Ich hoffe das du heute keinen Außendienst mehr hast weil es regnet in Strömeln heute.

00:26:26: aber so ist das bei den Förstern.

00:26:27: wir gehen ja auch raus wenn nicht die Sonne scheint.

00:26:29: Wir sind hier bei jedem

00:26:30: Wetter draußen.

00:26:31: Richtig, ich danke dir.

00:26:33: Was gut Hans.

00:26:35: Wer von euch jetzt tiefer an das Thema eintauchen will der findet weitere Infos und Links zum Thema in den Show-Nord.

00:26:42: Hat euch die Folge gefallen?

00:26:44: Dann empfehlt uns weiter und lasst gerne eine Bewertung da.

00:26:48: Fünf Sterne heißt, wir haben unser Waldwissen für euch kompakt klar und konkret auf den Punkt gebracht!

00:26:55: Ihr wollt mehr Wald wissen?

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00:27:15: Hier an der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft finde ich bestimmt die passende Fachfrau oder dem passenden Fachmann, der eure Waldfrage beantworten kann!

00:27:26: Das war's für heute – wir hören uns nächsten Monat wieder zu einer neuen Folge von Forstcast, eurem Waldpodcast.