#18: Daten statt Bauchgefühl: Was 35 Jahre Walddaten verraten

Shownotes

Expertin Laura Wachtveitl nimmt uns mit in das Datenherz des Waldes: Die Waldklimastationen. Sie zeigt, wie aus einem Meer an Messwerten ein klares Waldbild entsteht und was das für uns als Gesellschaft und Forstpraxis bedeutet. Und sie beantwortet die entscheidende Frage: Haben wir in Bayern noch Wetter oder ist das schon Klimawandel?

Keine Folge verpassen? Dann abonniert uns!

Mehr Infos über die Waldklimastationen:

Der Wald-Dürre-Monitor für Bayern

Webseite der LWF:

Der LWF auf Linkedin folgen

Transkript anzeigen

00:00:03: Hallo und herzlich willkommen zu Forstcast, dem Podcast für alle die mehr über den Wald wissen wollen.

00:00:11: Ob Forstprofi, Waldforscherin oder Naturmensch – bei uns erfahrt ihr jeden Monat spannendes aus Waldforschung- und Forstpraxis!

00:00:35: Ich bin Hiligart Frogel und ich bin Försterin aus Leidenschaft an einer bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forswirtschaft in Freising.

00:00:43: Nach dem Winter mit Schnee und vielen Tagen und Nächten, mit zweistelligen Minustemperaturen ist in Bayern mal wieder die Diskussion aufgebrannt.

00:00:52: Gibt es im Bayern tatsächlich ein Klimawandel?

00:00:55: Und bei mir am ForceCast ist heute eine Person, die diese Frage eindeutig beantworten kann.

00:01:01: Unsere Expertin Laura Wachtweidel.

00:01:03: Hallo Laura!

00:01:04: Du kennst dich mit dem Klima in Bayern so richtig gut aus.

00:01:07: Hallo Hilde!

00:01:08: Ja könnte man vielleicht zu sagen...

00:01:11: Laura, was machst du bei uns an der AWF und warum kennst Du dich denn mit dem Klima in Bayern so gut aus?

00:01:15: Also ich arbeite in der Abteilung zwei.

00:01:17: Boden-Klimabau im Atemwahl.

00:01:19: Ich bin dort stellvertretender Abteilungsleiterin Und kümmer mich um die Themen rund um Stoffeinträge und Emissionen In Waldökosystemen Und ich bin eben auch Teil des Teams der Waldklimastationen.

00:01:30: Dein Kollege ist der Stefan Rassberichtig.

00:01:33: Ja genau

00:01:34: Der Stefan war auch schon mal bei uns im Force Cast Allerdings zum Thema Walddürremonitor.

00:01:40: Er hat uns erklärt, wie Waldbesitzende mit einem Klick im Internet nachschauen können und zwar tagesaktuell.

00:01:48: Wie ihr Wald mit Wasser versorgt ist.

00:01:50: Das fand ich total spannend!

00:01:52: Ja das ist echt ein richtig cooles Tool.

00:01:54: also man sieht dort in sehr guter Auflösung wirklich für seinen konkreten Wald, wie viel Wasser denn aktuell im Boden zur Verfügung steht.

00:02:01: Und es ist sehr beeindruckend was der Stefan auch der Axel Wellport, der das programmiert hatte auf die Beine gestellt haben.

00:02:06: Und dieses Tool arbeitet, hat er erzählt unter anderem mit den Daten von euren Waldklimastationen in Bayern.

00:02:12: Ja genau da fließen auch ganz viele mit ein.

00:02:15: und diese Waldklamastation, Laura wie muss ich mir denn das vorstellen?

00:02:18: Was ist überhaupt eine Waldkliamastation?

00:02:21: Davon haben wir siebzehn Stück in ganz Bayern, die sind relativ gut verteilt.

00:02:25: In jedem wichtigsten Wuchstgebiet steht eine und sie bestehen immer aus einem Pärchen also aus einer Freilandstation und einer Waldstation.

00:02:35: Man sieht dort wenn man vorbeigeht viele Geräte rumstehen.

00:02:38: oft sind die Stationen auch eingezäunt und wir messen dort einfach ganz viele Einflüsse und Reaktionen auf den Wald oder Reaktion des Waldes.

00:02:46: Das ist total spannend und das macht ihr auch schon relativ lange, weil ich habe mitbekommen.

00:02:50: Ihr habt dieses Jahr Geburtstag gefeiert mit den Waldklima-Stationen?

00:02:53: Genau!

00:02:54: Wir hatten ein Fünfunddreißig zum Geburtstag.

00:02:56: Und da war tatsächlich einiges bei euch los an den WaldKlima Stationen.

00:03:00: Bei dem ganzen Trubel und bei den ganzen Publikationen, die ich dazu gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum messen wir eigentlich als Landesanstalt für Wald und Vorsitzschaft Wetter im Wald?

00:03:11: Also ist das Wetter so anders wie außerhalb vom Wald?

00:03:14: Ja, in gewisser Weise schon.

00:03:16: Es gibt da Unterschiede und ich bin mir sicher, dass der eine oder andere den auch schon mal unterbewusst gespürt hat.

00:03:21: Deswegen frage ich jetzt einfach mal ganz frech dich an dem heißen Sommertag über dreißig Grad wo wärst du lieber?

00:03:28: In der Freisinger Innenstadt Unter einem Sonnenschirm Oder im Wald unter den Baumkronen?

00:03:33: Ganz ehrlich.

00:03:34: Also natürlich ist die Freisinger Innenstadt und der Eisladen unter dem Sonnenschwirm sehr verlockend.

00:03:39: Aber es ist wahnsinnig heiß in der Innenstadt bei unseren Freising, also tatsächlich wenn ich ein bisschen Abkühlung suche dann fahre ich gerne in den Weltwald und drehe eine Runde im kühlen Wald weil das ist die nur Kühler, das ist allgemein angenehmer an einem heißen Sommertag

00:03:54: Genau!

00:03:54: Und das ist ein Effekt den wir eben auch messen können denn die isolierende Wirkung der Baumkronen entfaltet da einfach ihre Wirkung und dadurch ist es im Sommer nicht so warm und im Winter nicht so kalt wie auf freien Flächen.

00:04:06: Gleichzeitig ist auch die Luftfeuchtigkeit höher, denn die Bäume transpirieren.

00:04:10: also das heißt sie ziehen Wasser aus den Wurzeln bis hoch in die Kronen und schwitzen das Wasser dort quasi wieder aus und das erhöht die Luftfäuchtigkeit im Wald und auch das spüren wir.

00:04:18: es gibt auch Unterschiede beim Niederschlag.

00:04:21: Das ist glaube ich auch ganz offensichtlich.

00:04:22: wenn du auf einer freien fläche stehst wirst du sofort nass wenn's regnet.

00:04:26: aber wenn du im Wald unter dem Baumkronen stehst dann wird der Niederschlag erst mal ein bisschen gestreckt und kommt nicht sofort am Boden an.

00:04:32: Und wenn es dann gleichzeitig auch noch ein recht heißer Sommertag ist, dann verdunstet auch ganz viel wieder von den Baumkronen weg und das kommt insgesamt gar nicht so viel am Boden an.

00:04:40: Dann macht natürlich auch noch einen Unterschied in welchem Waldbestand du stehst?

00:04:44: Wenn du jetzt unter einer Kieferkrone stehst, dann wirst du auch schneller nass wie wenn du zum Beispiel in einem sehr dichten Buchen-Jungbestand stehst weil da bilden die Kronen wirklich fast wie eine Art Regenschirm.

00:04:54: Laura, das hört sich echt spannend an und es klingt für mich als wenn ihr tatsächlich eine ganze Menge Daten an diesen Waldklima Stationen erheben könnt und müsst.

00:05:03: Kannst du mal unserer Hörerschaft verraten welche Daten ihr dort erfasst?

00:05:09: Also neben diesen gerade Wetterdaten, die ich schon genannt habe wie Temperatur, Niederschlag oder Luftfeuchtigkeit nehmen wir auch noch ganz viel andere Daten auf was der Name jetzt bald Klimastation vielleicht erstmal gar nicht so vermuten lässt.

00:05:21: Wir erfassen nämlich alle Stoffeinträge, die auf den Wald das Ökosystem zu wirken also alles was quasi in der Luft zum Mitschwirt und mit dem Regen dann ausgewaschen wird ins Ökostem.

00:05:30: Dann messen wir auch nochmal ganz viele Sachen zum Boden natürlich die Bodenfäuchte aber auch quasi die Inhaltsstoffe des Bodens die des festen Bodens, der Erde, die man anfassen kann.

00:05:41: Aber auch von dem Wasser das im Boden quasi durch den Boden fließt.

00:05:45: Also auch da erfassen wir die Inhaltsstoffe und es wird analysiert im Labor auf die wichtigsten Pflanzennährstoffe wie zum Beispiel Calcium Natrium Stickstoff.

00:05:54: Und das machen wir auch in verschiedenen Tiefen im Boden und so wissen wir z.B.

00:05:58: auch was in der untersten Schicht mit dem Sickerwasser dann vielleicht auch wieder ins Grundwasser ausgewaschen wird.

00:06:04: So können wir zum Beispiel auch mit Recht behaupten dass das Wasser unterm Wall sehr sauber ist Und das sind quasi so die wichtigsten Einflüsse auf den Wald.

00:06:11: Wir wollen aber natürlich auch wissen, wie er darauf reagiert und daher messen wir auch auf dieser Reaktionsseite ganz viel.

00:06:17: zum einen den Baumzuwachs ist oft immer so die Größe von der man sich immer vorstellt ja dass es die gängigste reaktionsgröße.

00:06:25: dann messen mir aber auch den Laubfall also wann wie viel Laub fällt in den verschiedenen Beständen.

00:06:30: Wir nehmen die Bodenvegetation auf, der Kronenzustand wird jährlich angeschätzt und es wird auch die sogenannte Waldernährung analysiert oder Daten zur Walternährung erhoben.

00:06:40: Das ist einfach das grüne Blatt und die grünen Nadel.

00:06:44: Auch die werden auf die Inhaltsstoffe analysiert Und man kann so zum Beispiel Mangelernährungen feststellen ähnlich wie bei einer Blutuntersuchung beim Menschen.

00:06:51: Das ist ja Wahnsinn, das heißt der Name Wald-Klimastation ist ja viel zu kurz gegriffen.

00:06:55: Eigentlich müssten dann eure Station heißen Waldklima und Wald-Ökosystemstation.

00:07:01: Ja, ist halt jetzt nicht so der knackige Begriff.

00:07:04: Deswegen heißen sie einfach bei Klimastationen!

00:07:07: Genau

00:07:07: und bei uns heißen Sie ganz liebevoll WKS weil alle Forscher haben irgendwelche Akronüme und bei Uns wird dann immer nur von den WKS-Nikkeln

00:07:14: gesprochen.

00:07:15: Und Laura also diese ganze Fülle an Daten das ist ja Wahnsinn und es hört sich für mich so an als wenn ich nur die Füllen der Daten riesig ist sondern sind auch wahnsinnig komplex und eng miteinander verzahnt.

00:07:26: Was passiert denn mit diesen Datenbergen, die er jeden Tag an den siebzen Waldklimastationen in Gens-Bayern sammelt?

00:07:33: Ja ich würde fast von dem ganzen Gebirg sprechen.

00:07:35: Bei fünf und dreißig Jahre sind schon echt eine lange Zeit!

00:07:38: Und viele der Daten werden auch in einer sehr kurzen Taktung erhoben.

00:07:43: Metrologischen Parameter, also die Wetterdaten, Temperatur Niederschlag in einem Abstand von wenigen Minuten.

00:07:48: Und da kommt dann auf thirty-fünf Jahre schon echt einiges zusammen und wir werden die Daten natürlich aus und leiten daraus Erkenntnisse ab zum Beispiel wie sich in trockenen Sommern des Wachstum verändert auch bei den unterschiedlichen Baumarten oder wir sehen eben auch ganz genau wann die Wasserversorgung im Boden in den kritischen Bereich kommt.

00:08:06: Und diese Erkenntnisse geben wir natürlich weiter über Artikel, Überführungen.

00:08:10: Wir erstellen immer Grafiken für Vorträge die wir dann teilweise auch selber halten, teilweise aber auch die Grafik einfach weitergeben.

00:08:16: Genau!

00:08:17: Aber um deshalb alles hinzubekommen also diese Auswertung müssen wir zuerst mal die Daten unter einen Hut bringen und das ist wirklich oft der anspruchsvollere Part.

00:08:24: Ja Laura, das kann ich mir wirklich gut vorstellen.

00:08:26: Dass diese Datengebirge irgendwie verarbeitbar aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen eine Mammutaufgabe ist.

00:08:35: kannst du uns ein bisschen und ganz einfach erklären wie ihr diese Datengürge irgendwie managt?

00:08:41: Ja, also ein Teil der Daten kommt tatsächlich dem einundzwanzigsten Jahrhundert entsprechend total digital und automatisch bei uns an.

00:08:49: Die werden eben draußen automatisch erfasst in einem Datenlogger dort draußen gesammelt und dann per Datenfernübertragung zu uns reingeschickt.

00:08:56: Leider ist es nicht bei allen Daten so – den großen Teil müssen wir wirklich auch noch händisch aufnehmen!

00:09:01: Tatsächlich habe ich gedacht, dass die meisten Daten händisch erfasst werden müssen.

00:09:05: Weil digital erfassen und automatisiert weiterleiten klingt für mich nach viel Strom bei vielen Geräten und vielen Daten Und da habe ich jetzt sofort das Bild im Kopf wie Laura mit der Steckdose, mit dem Stecker im Wald und verzweifle eine Steck-Dose sucht.

00:09:21: Wo findet ihr den Strom im Wald, Laura?

00:09:23: Ja also in der Stecktose haben wir tatsächlich nur nett gefunden.

00:09:27: aber unser Strom kommt trotzdem wortwörtlich aus den Bäumen nämlich sind oben in den Kronen Solarpaneele angebracht.

00:09:33: Da kümmern sich unsere Techniker und unser Baumkletterer drum die Klettern da hoch machen das Solarpaneel fest schließen es an und so werden unsere Station eben mit Strom klar.

00:09:44: Wenn jetzt die Sonne nicht so scheint, gerade im Winter wenn es mal drübe Tage gibt dann muss man mal mit einer Batterie nachhelfen.

00:09:50: aber im Großen und Ganzen funktioniert das ganz gut und so landen die Daten oder ein großer Teil der Daten eben bei uns direkt in Freising in der Datenbank.

00:09:58: und für diesen anderen Teil durch die händische Aufnahme haben wir eben an jeder Station Probenemerinnen und Probennehmer.

00:10:03: Und ich vermute mal, bei siebzen Waldklima-Stationen in ganz Bayern verteilt sind es auch eine ganze Menge an Personen die euch da helfen.

00:10:11: Wer hilft euch denn dabei?

00:10:13: Also jede Station hat ihren eigenen Probennehmer oder ihre eigene Probenemerin.

00:10:17: Das sind Angestellte draußen, die dort regional ansässig sind.

00:10:20: also die wohnen oft dort vor Ort und kommen immer am Dienstag raus an unsere Waldklimastationen und nehmen da die Proben und sie werden unterstützt von den Kolleginnen und Kollegen draußen am Amt für Nährung, Landwirtschaft und Forsten.

00:10:32: das sind die zuständigen Revierförster in deren Amtsbereich eben die Klima station liegt.

00:10:36: Das heißt, bei denen ist das eine feste Dienstaufgabe, dass sie einfach rausgehen und dann nach euren Vorgaben die Proben nehmen.

00:10:43: die an euch weitergeben.

00:10:44: Genau, also Sie vertreten den Probenehmer wenn der mal krank ist.

00:10:48: Also sie machen das jetzt nicht standardmäßig aber Sie haben andere Aufgaben.

00:10:51: z.B.

00:10:51: füllen Sie immer einen Quartalsbericht aus und melden uns Schäden und so was?

00:10:54: Ja okay!

00:10:55: Jetzt haben wir die ganzen Proben-und Daten... Aber welche Proben und Daten müssten denn tatsächlich draußen noch händisch gesammelt werden?

00:11:01: Also welche Daten sind noch nicht im XXI Jahrhundert

00:11:04: angekommen?!

00:11:05: Das sind im Wesentlichen, ja im Große Teil ist immer unsere Wasserproben nämlich für diese Stoffeinträge also wirklich die Inhaltsstoffe.

00:11:12: wir messen auch die im Boden, also vom Bodenwasser.

00:11:15: Dann nehmen die Probennehmer für uns auch Streuproben.

00:11:19: Also alles was in den Streusammlern so reinfällt sammeln sie ein und schicken es auch zu uns.

00:11:23: Teilweise erfassen sich auch draußen Durchmesser an dem Bäumen Lesen einfach den Durchmesser an die Durchmessermaßbändern ab.

00:11:29: Sie schätzen den Entwicklungszustand der Bäume ein, das ist quasi jetzt im Frühling wenn die Vegetation ausdreibt, schätzen sie einfach an wie viel Prozent der Bäumen dann aktuell schon ausgetrieben hat und was auch noch ganz wichtig ist, dass sie kontrollieren immer diese digitalen Messgeräte ob es auch einigermaßen passt.

00:11:44: also wenn's irgendwie auf der Anzeige wenn da zwanzig Grad steht und sich stehen aber mit der Winterjacke da, dann ist irgendwie klar, dass das nicht so passt genau und Lobdatum und Uhrzeit eben passen dass da möglichst wenig Fehler schon von vornherein entstehen.

00:11:58: Und diese Wasser- und Streuproben, die kommen dann einfach zu uns ins Labor.

00:12:02: Die werden einmal alle vier Wochen zu uns geschickt und dort weiterverarbeitet.

00:12:07: Wie viele Proben sind das jetzt?

00:12:08: Also wenn ich mir überlege ihr habt einen Haufen Waldklima Stationen oder einen Haufe Daten also wie viel Proben kommt denn dabei euch ungefähr zusammen?

00:12:16: Ja!

00:12:17: Da kommt echt einiges zusammen.

00:12:18: es sind ca.

00:12:19: achthundert Wasserproben die jeden Monat dazu uns zurückgeschickt werden.

00:12:23: das in zwölf Monaten.

00:12:25: Und hinzu kommen dann eben noch die Streubroben und auch diese Proben der Waldernährung, also der Nadel- und Blattproben.

00:12:31: Die nehmen jetzt zwar nicht die Probe nehmen aber die kommen ja trotzdem zu uns rein.

00:12:34: Also insgesamt kommen wir im Jahr schon auf ca.

00:12:37: zehntausend Proben allein aus dem Waldklimastationsbereich.

00:12:40: Das heißt unser LWF Labor verarbeitet alleine schon für euch über Zehntausend Progen im Jahr und sie analysieren hier auch noch eine Unmengen anderen Proben Boden, Blätter, Nadeln und alles Mögliche aus den Forschungsprojekten.

00:12:55: Und auch für die landesweite und bundesweiten Inventuren.

00:12:58: Also ich kann mich erinnern... Die Bodenzustandserhebung ist in den letzten Jahren gelaufen.

00:13:02: also da wurden hier wirklich einen Anhänger nach dem nächsten entladen mit wahnsinnig vielen Kisten an Bodenproben.

00:13:11: all diese immensen Mengen an Proben sind in unserem Labor verschwunden und wurden analysiert.

00:13:16: das fand ich echt beeindruckend.

00:13:17: Ja, also beeindruckend ist da echt das richtige Wort dafür was der Uwe Blum und sein ganzes Laborteamler immer leisten.

00:13:23: Also ich kann es nur am Beispiel unserer Steuerproben vielleicht mal versuchen dazustellen... Da landet ja in diesem Streusammler alles was so von oben runter fällt!

00:13:31: Und die Kolleginnen und Kollegen aus dem Labor sortieren es dann wirklich auseinander als sie trennen blatt Von Nadel, von Frucht und Zweig.

00:13:38: Und das ist natürlich alles in Handarbeit.

00:13:40: Also da braucht es enorm viel Geduld!

00:13:42: Und auch die anderen Geräte und Verfahren, die sie verwenden, anwenden... Das sind ja immer gefährliche Substanzen dabei.

00:13:48: Da muss man schon echt bei der Sache sein.

00:13:49: Ja, und das habe ich auch ein bisschen mitbekommen wenn wir in unserem Social Media Team mal im Labor aufschlagen.

00:13:55: Und dann da mit unaussprechlichen Analysegeräten irgendwelche Dinge gemacht werden.

00:14:01: Das ganze Team ist immer total konzentriert motiviert und auch immer echt entspannt selbst wenn wir mit unserer Kamera da rumlaufen und erklären mit einer Engels Geduld was sie da tun und unsere Augen wären dann immer größer.

00:14:13: also Ich bin wirklich beeindruckt!

00:14:16: Ja, das kann ich mir vorstellen und was man vielleicht auch auf jeden Fall noch erwähnen sollte.

00:14:20: Unser Labor macht seine Aufgaben nicht nur gut, sondern wirklich herausragend.

00:14:23: gut denn unsere weit Klimastationen gibt es auch in derselben Art und Weise oder einer ähnlichen Art und Weise in ganz Europa und dementsprechend gibt's auch viele andere Labore die dort Daten analysieren und da gibt´s auch immer Tests welches Labor was wiegut macht.

00:14:38: und unser Labor ist ja jetzt schon zum zweiten Mal im Folge im Bereich der Nadel- und Blattanalytik von über vierzig Laboren das Beste gewesen.

00:14:46: Das möchte ich jetzt wirklich mal kurz betonen und nicht, weil ich die Hosenträger schneizen lassen will.

00:14:53: Was ja uns Bayern immer gerne nachgesagt wird, dass wir das gerne tun.

00:14:56: Nein!

00:14:56: Ich möchte es wirklich mal betonen, dass unser Labor da echt eine riesige Mammutaufgabe jedes Jahr ganz still und leise macht.

00:15:04: Und dieses Ja, das macht das Labor ist oft nur so ein Nebensatz.

00:15:08: aber wenn man mal ehrlich sind ohne diese sorgfältigen Analyse unseres Laborteams könnten ganz viele Forschungsprojekte gar nicht die Daten auswerten und wir hätten keine valide Daten.

00:15:19: Und was ist denn Forschung ohne valide Daten?

00:15:21: Also das ist total gut zu wissen, dass unser Labor nicht nur sorgfältig sondern wirklich ausgezeichnet arbeitet.

00:15:29: Zurück zur Ausgangsfrage!

00:15:31: Wie mangenst ihr jetzt diese Daten?

00:15:33: weil die besten Daten alleine reichen ja nicht aus.

00:15:36: damit wir heute die Frage klären können haben wir bei einem Klimawandel oder nicht

00:15:41: Genau.

00:15:42: Also die digitalefassten Daten, diese Klimadaten, die Wetterdaten im Wesentlichen hatte ich ja schon gesagt, die werden automatisch zu uns übertragen und in der Datenbank abgelegt.

00:15:51: dort laufen dann automatische Prüfroutinen drüber und auch Plausibilitätschecks.

00:15:56: also wenn jetzt zum Beispiel die Temperatur innerhalb weniger Minuten sich um mehrere Grad ändert Dann wird es als Fehler erkannt und diese Daten rausgeschmissen.

00:16:04: Und auch wenn Systeme mal ausfallen das kann ja auch alles mal passieren Diese Lücken werden aufgefüllt.

00:16:09: mit Daten vom deutschen Wetterdienste kann man sich einfach runterladen.

00:16:12: Und die werden dann zusammengefasst zu Tageswerten, Monatswerten oder Monazummen was man eben so braucht und stehen dann für Auswertungen zur Verfügung.

00:16:21: Bei den Wasserproben ist es ganz anders.

00:16:24: Die werden eben draußen händisch abgefüllt und dafür bekommen die Probenehmer immer eine Kiste zugeschickt.

00:16:30: bei uns das ist die Wasserprobenkiste da sind ganz viele kleine Brobefläschchen drinnen sogenannte Probelaufzettel, und da steht eben genau drauf an welchem Dienstag im Monat sie welche Proben abfüllen müssen.

00:16:42: Und da werden dann die Sammler einfach gelehrt.

00:16:46: es wird die Menge erfasst wie viel Wasser da drinnen ist, dann ein Teil davon abgefüllt und die Menge wird eben auf diesen Probel-Aufzetteln aufgeschrieben.

00:16:52: Und alle vier Wochen werden diese Kisten wieder abgeholt und zu uns ins Labor geschickt.

00:16:57: Dort wird der Probellaufzettl digitalisiert und die Proben selber also die Fläschchen kommen ins Labor zur Analyse Und einmal im Jahr bekommen wir dann die Analysewerte von all unseren Wasserproben.

00:17:09: Die Werte werden dann in unsere Datenbank übernommen, werden da ein bisschen umformatiert, dass sie halt in unsere Struktur passen und dann wieder mit den Mengen zusammengeführt.

00:17:17: Bei den Streu- und bei dem Blatt- und Nadelproben ist es tatsächlich ähnlich.

00:17:21: also auch da wird ein Teil eben nicht draußen aber eben im Labor aufgenommenes Gewicht und wird dann wieder damit in Analyseewerten zusammen verschnitten.

00:17:30: Das heißt, dann sind alle Daten die ihr dort aufnehmt entweder händisch oder automatisiert in der Datenbank.

00:17:37: soweit so gut.

00:17:38: Was passiert denn jetzt mit den Daten?

00:17:40: Genau, die werden von dort dann weiter verarbeitet.

00:17:42: Also auch die Wasserprobendaten werden Prüfroutinen unterzogen und Plausibilitätschecks gemacht und uns interessiert natürlich immer die Frage was bedeutet das jetzt wirklich fürs Ökosystem?

00:17:54: Denn zum Beispiel bei den Wasserproben wir messen ja erst mal nur die Konzentration vom Stoff z.B.

00:18:01: von Stickstoff in dieser Wasserprobe aber das lässt uns noch keine Aussagen darüber treffen was es denn für eine Bedeutung fürs Öko-System hat also wie viel Stickstoff eingetragen wurde.

00:18:11: Um das zu bekommen, müssen wir dann diese Konzentration in dieser Wasserprobe wieder mit der eingetragenden Menge hochrechnen und so wissen wir eben genau wie viel Kilogramm Stickstoff pro Hektar im Jahr bei uns eingetragen wurde.

00:18:22: oder bei der Streu wird es dann eben verrechnet oder hochgerechnet anhand der Oberfläche der Streusammler, wieviel Streu insgesamt wirklich gefallen ist.

00:18:32: also dass wir auch da sagen wir mal Kilogrammen Angaben haben wieviele Streu in dem ja im Waldbestand vorhanden war.

00:18:39: Auch der Abwurfzeitpunkt wird ja zum Beispiel erfasst und so können wir eben genau sehen, dass z.B.

00:18:44: in einem Trockenjahr die Streu tendenziell früher fällt und die Blattmasse dafür im nächsten Jahr abnimmt.

00:18:49: also das nicht zu viel Streu, also nicht so viele Blattmaße gebildet werden kann weil einfach dem Baum die Ressourcen fehlen.

00:18:55: Ressoursen, Trocken Jahre – das ist mein Stichwort!

00:18:58: Jetzt kommt die Frage aller Fragen die ich unserer Hörerschaft schuldig bin.

00:19:03: Laura, kannst du mit wissenschaftlich abgesicherte Sicherheit sagen?

00:19:07: Haben wir in Bayern einfach Wetterkapriolen oder ist das schon

00:19:10: Klimamandel?".

00:19:11: Ja, also ich hoffe du kriegst auf die Frage zu viele unterschiedliche Antworten.

00:19:15: Denn für meinen Bereich kann man ganz klar sagen ja das Klima ändert sich deutlich und wir sehen es selbst an unseren fünfunddreißig Jahren WKS-Daten und fünfund dreißig Jahre sind im Klimakontext da jetzt noch nicht so viel.

00:19:27: Also man spricht immer von diesen Klimaperioden, die sind immer dreißzig Jahre.

00:19:31: Da haben wir gerade mal eine Periode oder ein bisschen mehr über eine periode erlebt mit unseren Klimastationen.

00:19:37: aber selbst da sehen wir das wirklich teilweise Bäume absterben, die wir eigentlich für vital halten würden oder die erst mal vital ausschauen.

00:19:46: Wir sehen vor allem auch dass die Vegetation mehrere Wochen früher beginnt auszutreiben wie am Anfang unserer Stationen.

00:19:52: also Messbeginn an unseren Stationen der Wasservorrat ist einfach schneller aufgebraucht Die Bäume verfallen dann wieder in den Trocken.

00:19:59: Stress das können wir am Wachstum sehen denn das wird reduziert.

00:20:03: Das Laub fällt früh hatte ich vorhin schon erwähnt.

00:20:05: Und ja, oft sehen wir auch wirklich das die Bäume jahrelang an zu trockenen Perioden leiden.

00:20:11: Aber man muss jetzt auch dazu sagen nicht jedes Jahr ist so extrem.

00:20:15: also gerade zwanzig-vierundzwanzig und zwanzich-fünfundzwanziger haben schon zur Erholung beigetragen weil es insgesamt zwar warm war aber es wieder ein bisschen mehr Niederschlag gab im übers Jahr gesehen.

00:20:25: Aber dennoch, wenn wir uns mal die Klimaperiode von nineteenhunderteinundneunzig bis zweitausendzwanzig anschauen.

00:20:32: Dann war es so dass die Sommer zwei tausenddrei und zweitausendfünfzehn bis zwanzig vierundzwanzzig also wirklich zehn Jahre hintereinander im Schnitt wärmer waren.

00:20:41: Und gleichzeitig waren dann die jahre zwei taussend drei, zwei tausenfuchzehn achtzehn neunzehn und zweiundzwanzig auch noch trockener.

00:20:49: Und also gerade diese Kombination aus warm und trocken, und in diesen kurzen Abständen hintereinander.

00:20:55: Also wirklich, zwanzig, vierzehn, achtzehn neun, sind zweiundzwanzig.

00:20:58: Das macht den Wald dann einfach zu schaffen und das können wir sehen.

00:21:01: Das heißt eure Klimadaten zeigen für Bayern ganz eindeutig drei Sachen nämlich erstens die Sommer werden trockener und wärmer in der Tendenz auch wenn wir zwischendurch einfach Jahre haben die ein bisschen Entspannung bringen und die Extreensommer werden häufiger.

00:21:19: Und damit haben unsere Waldbäume mehr zu kämpfen, weil sie einfach weniger Entspannungsjahre haben dazwischen um sich erholen zu

00:21:26: können.".

00:21:27: Genau so könnte man es sagen!

00:21:28: Und was man vielleicht auch noch hinzufügen kann... Es gibt auch so ein Indikator wo man sagt wie viele heiße Tage gab's denn?

00:21:35: Und heißer Tag zählt dort einen Tag über dreißig Grad und das hat sich allein in diesen fünfunddreißig Jahren in denen wir messen schon verdoppelt.

00:21:43: Ja, da muss ich auch wirklich sagen du hast das Jahr zwei tausend drei angesprochen als erstes Jahr war so extrem heiß wann auch so viele Tage über dreißig Grad hatte.

00:21:52: Ich glaube dass werde ich auch nie vergessen, dass es zwei Tausend Drei war weil dieses Jahr hat sich wirklich in mein Gedächtnis eingebrannt.

00:21:59: Ich habe mit meiner Lerngruppe für die Abschlussprüfung gelernt und es waren gefühlt alle im Freibad oder an der ISA außer unser Semester Und wir sind mit der Bierbank im Schatten hinterhergezogen haben mit Füßen im Wassereimer gelernt.

00:22:12: Wir konnten uns nicht erinnern, dass wir jemals eine von uns so viele heiße Tage am Stück erlebt hat.

00:22:18: Und jetzt bin ich ein bisschen beruhigt.

00:22:20: Es lag nicht nur am Prüfungsstress, das uns so heiß war, sondern es war nachweislich das erste Jahr, wo's so oft so heiß was.

00:22:27: Ja

00:22:27: genau auf jeden Fall!

00:22:28: Ich hatte tatsächlich auch so'n Erlebnis bei mir, was des Jahr Zwei-Tausendfünfzehn da hatte ich mein Motorsägenlehrgang an der Waldbauenschule in Kelheim und zwar im August bei irgendwie fünfunddreißig Grad umschneidet, aber bei thirty-fünf Grad waren die Klamotten schon echt gut durchgeschwitzt.

00:22:46: Ja da hilft auch das kühlende Waldklima nicht mehr wenn man in einer kompletten Schnittschutzmontur Motorsegenkurs hat.

00:22:54: Aber also wir beim Lernen du beim Motorsegenkurs ihr könnt wirklich eindeutig feststellen mit euren Daten und zwar ohne wenn und aber eure Daten zeigen eindeutlich ja dass Klima ändert sich in Bayern nachhaltig.

00:23:08: genau

00:23:09: Ja, sind das ja wirklich total wichtige Daten?

00:23:12: Auch valide Daten.

00:23:13: und dass über thirty-fünf Jahre mit gleichmethoden genommen können sich diese Daten auch andere Leute also außerhalb der AWF anschauen und benutzen.

00:23:23: Klar!

00:23:23: Also wir freuen uns immer über Interesse an unseren Daten.

00:23:26: Wir geben uns jetzt sehr viel Mühe bei der Aufnahme und bei der Weiterverarbeitung und da geben wir die Daten natürlich auch gerne weiter.

00:23:32: Wir kriegen auch echt immer wieder viele Datenanfragen.

00:23:35: seit wir das aufnehmen waren es schon über tausend Datenlieferungen Interessierte oder vor allem eben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler abgeliefert haben.

00:23:44: Wir erstellen auch ganz viele Veröffentlichungen, also aus dem ganzen WKS-Team – das bin ja nicht nur ich!

00:23:49: Ganz maßgeblich sind da der Stefan Raspe und der Lothar Zimmermann dabei.

00:23:52: die schreiben wirklich für jede LWF aktuellen Entwitterungs-und Bodefeuchte Report wo quasi Wetterereignisse der letzten Wochen und Monate nochmal zusammengefasst sind.

00:24:02: Dann gibt es auch immer wieder speziellere Auswertungen, zum Beispiel zu den Stoffeinträgen oder wie sich die Waldernehrung über die Zeit verändert hat.

00:24:10: Oder eben auch das Wachstum.

00:24:11: Wir erstellen auch standardmäßig immer Grafiken gerade auch so zum Bodenwasservorrat, die man sich kostenlos runterladen kann und die auch von den Ämtern immer mal nachgefragt werden weil sie gerne für Vorträge verwenden.

00:24:24: Dann, das hattest du vorhin mit dem Walddürre-Monitor auch schon erwähnt, fließen unsere Daten in viele hauseigene Produkte ein.

00:24:30: Zum Beispiel diesen Walddüremonitor oder unser bayerisches Standortsinformationssystem und wir machen immer wieder Führungen an den Klimastationen mit zum Beispiel Forschungsgruppen Und die Klimastation dient tatsächlich auch so ein bisschen als Sammelpunkt für Forscherinnen und Forscher.

00:24:47: Denn sie können sich dort im Umfeld von unserer Meshstation, also das was wir eben eingezäunt haben wo die Messgeräte draufstehen, können in dem Umfeld ansiedeln und ihre Forschungsprojekte durchführen Und es bietet einfach den Vorteil, dass sie nicht nur die Daten aus ihren Forschungsprojekten erheben sondern eben auch auf unsere fünfundreißigjährige Messreihe an den Walkliemastationen zurückgreifen können.

00:25:08: Auch das wird immer wieder nachgefolgt.

00:25:10: ich habe zum Beispiel dieses Jahr erst eine afrikanische Forscherin geführt und ihr zwei unserer Flächen gezeigt.

00:25:15: Die hat dort für ein britisches Projekt Bodenbogen genommen um die Mycorrhiza also die Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzen zu untersuchen.

00:25:22: Und diese internationale Vernetzung kommt eben auch durch unsere Dachorganisation, sage ich jetzt mal.

00:25:27: Das ist das ICP Forest, das sogenannte Programm zur Überwachung der Effekte von Luftstadtstoffen auf Wälder.

00:25:33: und diese Klimastation gibt es in ganz Europa und dort werden nach einheitlichen Standards die Parameter erfasst Und es werden dann auch immer wieder europaweit die Daten ausgewertet und unsere bayerischen Daten fließen da eben mit ein.

00:25:47: Wir hatten jetzt tatsächlich schon eine Anfrage, also vielleicht gibt's die Klimastation bald über Europa hinaus, denn im Sommer wird uns ein brasilianischer Wissenschaftler besuchen der eben auch Interesse hat bei ihm zu Hause so ne Klimaststation aufzubauen.

00:25:59: Okay, das heißt Bayern hat den nächsten Exportschlagern nämlich die Waldklima Station.

00:26:04: Wir sind gespannt ob es dann auch in Brasilien im Regenwald vielleicht eine Waldklamastation gibt und ihr dann mal ne Exkursion nach Brasilien machen dürft.

00:26:12: ich weiß aber nicht ob der Haushalt der LWF das hier geben würde Aber Laura was auf jeden Fall das bedeutet.

00:26:19: eure Daten sind nicht nur für die LWL sondern eure Daten helfen der Forstpraxis weil sie ganz viele Tools für die Forst Praxis einfließen Und sie helfen natürlich allen Waldforscherinnen und sie helfen auf Forschenden in anderen Fachrichtungen.

00:26:33: Das heißt, eure Daten sind total wichtig auch über den Rand von LWF und Bayern und Wald hinaus.

00:26:39: Das bedeutet aber auch einen wahnsinnigen hohen Aufwand, den ihr betreibt also an Menschen, an Mitteln und an Methoden.

00:26:46: So jetzt sind irgendwie Staatskassen leer und wir alle merken das was denn deine drei stärksten Argumente?

00:26:53: Warum die Waldklima Station bei uns in Bayern unbedingt auch die nächsten fünfunddreißig Jahre weitergeführt werden sollten.

00:26:59: Also das erste wäre auf jeden Fall schon mal allein die Fortführung dieser langen Messreihe, denn das ist in der Forschung schon was Besonderes.

00:27:07: Also wir haben es zwar schon im forstlichen Ertragswesen zum Beispiel da habe ich vorhin ersten Vortrag gehört aber gerade diese Reaktionen und die Einflüsse die auf den Wald treffen also da ist es schon einzigartig.

00:27:18: Und im Vergleich jetzt zum Beispiel zu so einem drei oder fünfjährigen Forschungsprojekt Da werden natürlich auch viele Daten erhoben und vor allem sehr gezielt zu den genauen Fragestellungen erhoben Aber eben nicht über diese Dauer und da können unsere Daten einfach einen sehr, sehr wichtigen Beitrag leisten.

00:27:34: Ja das habe ich auch schon gehört.

00:27:35: also jetzt gerade auch mit Wolfgang Stöger habe ich über die Bundeswaltementur gesprochen, die ja auch schon im Zehn-Jahresrhythmus ganz lange bundesweit gemacht wird und das ein Fazit war der auch also langfristige Valide mit gleichen Methoden an gleichen Standorten durchgeführte Messreihen ist das Gold der Forschung?

00:27:53: Genau so kann man es sagen!

00:27:54: Also haben wir siebzehn goldgruben in Bayern stehen auf

00:27:56: jeden Fall Genau.

00:27:58: Es gibt aber noch mehrere Argumente, also auf jeden Fall auch dass unsere Daten eben als Basis für sehr viele Modelle dienen zum Beispiel eben unsere Wasserhaushaltsmodelle die wir für den Walddürremonitor für unser Standards-Infamationssystem brauchen Denn für den Wasserhaishalt von dem Waldbestand ist zb Die Blattmasse auch sehr entscheidend denn je mehr da drauf ist Auf diesem Boden und auf diesem Standort desto mehr Wasser wird ja auch verbraucht von den Bäumen.

00:28:23: Und die Blatt Masse kennen wir zum Beispiel anhand der Aufnahme Klimastation und zum Beispiel auch anhand unserer Streudaten.

00:28:30: Und als letztes Argument muss man auf jeden Fall auch noch anführen, dass unsere Waldklimastationen uns helfen einfach ein besseres Verständnis für das ganze Ökosystem die Zusammenhänge, die dort ablaufen und auch die Reaktion des Ökostemens zu erforschen und zu verstehen.

00:28:44: Vielleicht mal ein Beispiel, also sagen wir mal der Stickstoffeintrag erhöht sich über die Zeit.

00:28:49: Das führt zu Veränderungen in der Bodenvegetation, denn viele Pflanzen können mit diesem höheren Stickstoff-Eintrag gut umgehen und wachsen umso mehr zum Beispiel die Brombeere zum Leitwesen aller Wahlbesitzer und andere Arten verschwinden aber stattdessen.

00:29:03: Und das sehen wir an der Veränderung der Boden Vegetation Und gleichzeitig, wenn zum Beispiel die Vegetation und auch alle Bäume und sonstige Pflanzen, die da drauf stehen gesättigt sind mit Stickstoff.

00:29:12: Was wir dann in der Waldernährung auch wieder messen?

00:29:15: Dann kommt es zu höheren Austrägen denn irgendwo muss der Stickstoff ja hin!

00:29:19: Und das sind ja nur die erwarteten Reaktionen.

00:29:23: Aber durch diese ganzheitliche Erfassung von Waldökosystemen sehen wir vielleicht auch irgendwann mal unerwartete Reaktion, die wir uns vielleicht so gar nicht gekannt haben und die wir erst noch kennenlernen müssen – und es ist ja auch das Schöne, dass wir nach wie vor immer viel über den Wald lernen können!

00:29:37: Damit schließt sich der Kreis auch zum Anfang, Laura, weil wir am Anfang festgestellt haben, dass die Wald-Klimastation ja viel mehr Daten erheben als Klimadaten, sondern eigentlich komplexe Daten und die Vernetzung im Wald-Ökosystem helfen besser zu verstehen, dazu wichtige Daten zu liefern.

00:29:57: Und das wird ja im Klimawandel immer wichtiger werden dass wir verstehen wie wirkt sich der Klimawandel auf einzelne Parameter aus?

00:30:06: Wie wirkt es sich, wenn sich ein Paramet in einem komplexen System ändert?

00:30:11: Das hat ja auch alles Auswirkungen!

00:30:13: Die Waldklima Station helfen uns einfach in der Vergangenheit und auch in der Zukunft das Waldökosystem besser zu verstehen.

00:30:19: Genau, so ist es ja!

00:30:20: Laura, damit sind wir am Ende unseres Forstkasses.

00:30:24: Vielen Dank für die Einblicke was diese unterbewerteten Waldklimastation alles tun.

00:30:30: ganz zum Schluss noch eine Persönliche Frage.

00:30:33: Das frage ich jedem Gast in meinem Forstkast, weil wir alle machen unseren Buch mit großer Leidenschaft und ich kenne dich in Ausschnitte ganze Weile.

00:30:40: also du bist auch hier bei uns Forscherin aus Leidenschaft Und Du verbringst auch Zeit im Wald nicht nur im Büro mit deinen Datenbanken und Du hast bestimmt schon mal eine Situation erlebt Privat oder auch an der Arbeit wo Du im Wald entweder lachen schmunzeln oder nachdenken musstest.

00:30:56: und jetzt stell Dir mal vor Laura Du bist ne alte Dame du sitzt in einem schönen Ohren backen Sessler Du hast einen Kaminfeuer, hast eine Tasse heißen Tee in der Hand.

00:31:04: Um dich herum ein Schaar.

00:31:05: Enkelkinder und deine Enkelkindern fragen dich, Oma Laura erzähle uns eine beste Waldgeschichte!

00:31:10: Was würdest du deinen Enkel Kindern erzählen?

00:31:13: Ja okay also es gibt natürlich schon viele witzige Geschichten wenn man irgendwie durchs Unterholt stapft und illegale Nacktbader erwischt.

00:31:21: Aber für meine Enkelkinder würde ich mir tatsächlich immer eine Geschichte oder ein Erlebnis aus meinem eigenen Wald überlegen.

00:31:27: Oder von dem erzählen, zum Beispiel ... Ich hab Selbstwald und das sind die Hauptbomaten drin, also Kiefer-Buche, Eiche und Fichte.

00:31:34: Aber ich habe eben nach und nach auch ein paar Ellsperren entdeckt, die dort einfach auf natürliche Weise gekommen sind und haben sich irgendwie durchgekämpft.

00:31:42: Die sind zwar krumm und schief aber das ist völlig egal!

00:31:45: Ich hab sie jetzt einfach freigestellt, denn die Ellsphäre ist ein sehr besonderer Baum, es ist ein heimischer Baum seltener und sie hat gute Chancen im Klimawandel.

00:31:53: Und ich habe es jetzt, wie gesagt, freigestellt und die Natur verjüngt ein bisschen geschützt.

00:31:57: Ich hab jetzt kostenlose L-Sperne in meinem Wald und mit Achtzig kann ich dann vielleicht nicht nur davon erzählen sondern ich kann Sie auch gleich noch herzeigen!

00:32:04: Ja,

00:32:05: dann machst du mit deinen Enkelkindern Schnapssidie geht aus dem Kaminzimmer raus und dann geht ihr in den Wald und kannst du ihnen achtzeigjährige wunderschöne L-Spierren an ungewöhnliche Standorten zeigen?

00:32:14: Genau Ja,

00:32:15: das zeigt mir mal wieder, Försterin zu sein und Waldforschung zu machen.

00:32:20: Es ist mehr wie ein Beruf, den man von neun bis siebzehn Uhr macht.

00:32:24: Das ist einfach eine Berufung, die man mit viel Leidenschaft macht.

00:32:27: Danke Laura für dieses inspirierende Gespräch!

00:32:30: Danke auch für die Einblicke was ihr in einer Waldklimastation macht, dass ihr viel mehr macht als Waldkliere untersuchen sondern dass wir uns allen helfen.

00:32:38: eure Daten uns einen helfen des Waldökosystem noch besser zu verstehen.

00:32:42: Gerne

00:32:44: Wer von euch jetzt tiefer in das Thema eintauchen will, der findet weitere Infos und Links zum Thema in den Shownos.

00:32:51: Hat euch die Folge gefallen?

00:32:53: Dann empfehlt uns weiter und lasst gerne eine Bewertung da!

00:32:57: Fünf Sterne heißt.

00:32:58: wir haben unser Waldwissen für euch kompakt klar und konkret auf dem Punkt gebracht.

00:33:04: Ihr wollt mehr Wald wissen?

00:33:06: Kein Problem – dann lasst uns ein Abo da!

00:33:09: Besucht unsere Webseite unter lbf.bayern.de oder folgt uns auf LinkedIn.

00:33:15: Wenn ihr Fragen zu einem bestimmten Waldthema habt, dann schreibt mir einfach eine Mail an socialmedia at lwf.bayern.de.

00:33:24: Hier an der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft finde ich bestimmt die passende Fachfrau oder dem passenden Fachmann, der eure Waldfrage beantworten kann!

00:33:34: Das war's für heute – wir hören uns nächsten Monat wieder zu einer neuen Folge von Forstcast, eurem Waldpodcast Ready, so.

00:34:00: Fangen wir an!

00:34:02: Es gibt auch Unterschiede beim Niederschlag.

00:34:06: Laura, das hört sich echt spannend an und es hört sich...

00:34:14: Weihrisches Standorts-Informationssystem?

00:34:17: Ja, ähm ... Und es hört für mich so an?

00:34:21: Nein.

00:34:22: Aufführen noch mal.