#14 Zwischen Zuversicht und Zweifel: Der Zukunftswald in Bayern
Shownotes
Im Jahr 2024 hat die globale Temperatur erstmals die 1,5-Grad-Marke überschritten – rund 75 Jahre früher als gedacht. Doch was bedeutet das für uns und den Wald? Das erklärt Waldexperte Dr. Tobias Mette. Und er verrät, wie das neue Tool BaSIS 2.0 hilft, unsere Wälder fit für die Zukunft zu machen.
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- Artikel: BaSIS 2.0: Das neue (Baumarten-)Anbaurisiko (LWFaktuell Nr.153)
- Praxishilfe: Klima – Boden – Baumartenwahl, Band 1
- Praxishilfe: Klima – Boden – Baumartenwahl, Band 2
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00:00:03: Hallo und herzlich willkommen zu Forstcast, dem Podcast für alle, die mehr über den Wald wissen wollen.
00:00:11: Ob Forstprofi, Waldforscherin oder Naturmensch.
00:00:16: Bei uns erfahrt ihr jeden Monat spannendes aus Waldforschung und Forstpraxis.
00:00:35: Mein Name ist Hildegard Vogel und ich bin Försterin an der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft hier in Freising.
00:00:41: Für heute habe ich mal ein ganz kleines und ein ganz leichtes Thema für Forskast ausgesucht.
00:00:47: Nämlich, wie wirkt sich der Klimawandel auf den Wald aus?
00:00:50: Und über dieses ganz leichte Thema plaudere ich heute ganz entspannt mit Tobias Mette.
00:00:56: Tobi, du forscht bei uns an der AWF zu Klimaszenarien und Anbaurisiken von Waldbäumen.
00:01:03: Genau, Hilde.
00:01:04: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:06: Mein Name ist Tobias Mette.
00:01:08: Die meisten nennen mich wie du einfach Tobi.
00:01:10: Und ich arbeite an der LWF seit ... ... und seit ... ... und seit ... ... und seit ... ...
00:01:30: genau.
00:01:31: Über das Tool Basis reden wir gleich noch ausführlicher.
00:01:35: Denn Basis gibt es schon, und das finde ich echt spannend, schon länger, als die Weltgemeinschaft über das Thema Klima redet.
00:01:43: Nämlich Basis wurde im Jahr hier im Jahr Jahr zwei Tausend dreizehn erfunden, sage ich jetzt mal.
00:01:48: Und die Klimakonferenz in Paris fand zwei Tausend fünfzehn statt.
00:01:52: Und damals war es das Wunschziel der Weltgemeinschaft in Paris, dass es im Jahresmittel auf der Erde maximal um einen Punkt fünf Grad wärmer werden sollte.
00:02:03: Zehn Jahre später, also heute, für Künden allerdings die metrologischen Dienste rund um die Welt, zwei Tausend vierundzwanzig war das erste Jahr, in dem es weltweit im Schnitt bereits wärmer als einen Punkt fünf Grad war.
00:02:17: Und damit ist das Jahr hier bereits so warm, wie die Weltgemeinschaft vor zehn Jahren im Paris, sich das für das Jahr einen Hundert erhofft hatte.
00:02:28: Kurz gesagt.
00:02:29: Wir liegen mal vor dem Zeitplan.
00:02:31: Konkret, wir liegen seventy-fünf Jahre vor dem Zeitplan.
00:02:35: Das klingt jetzt vielleicht nicht so wild, vor allem nicht, wenn man in Zeitspannen von Weltgeschichte denkt.
00:02:40: Im Vorgespräch hast du allerdings gesagt, Tobi, wenn sich die Welttemperatur im Schnitt um zwei Grad erhöht, verändert sich die Welt, so wie wir sie heute kennen, sehr deutlich.
00:02:53: Ja, richtig.
00:02:54: Also wir bewegen uns, wenn man auch die Nachrichten verfolgt, auf einem recht haltenden Kurs.
00:02:59: Und die Welt verändert sich auch jetzt schon.
00:03:01: Das merkt man, die Extremwetterlagen nehmen zu.
00:03:04: Da spüren wir auch hier die Hitzewellen, die Dürren über Schwemmungen.
00:03:08: Und jetzt gerade ist auch wieder ein sehr starker Orkan über Jamaika gefickt mit Kurs auf Kuba.
00:03:13: Das ist jetzt vielleicht nicht alles direkt der Klimawandel.
00:03:16: Aber wichtig ist einfach zu wissen, dass solche Ereignisse im Klimawandel viel häufiger und auch stärker ausfallen können als bisher.
00:03:25: Und die Folgen sehen wir deutlich.
00:03:26: Die Waldbrände.
00:03:28: nehmen zu, werden größer, korallen Riffe sterben, die Ernten fallen aus, küssten nahe Landwirtschaftsflächen wie zum Beispiel in der Poeben, die Versalzen zusehen, Gletscher schmelzen und ja, es wird hier und da mal wieder eine Insel umgesiedelt, das kriegt man ja auch mit.
00:03:42: Und auch unsere Wälder in Bayern haben natürlich mit einer Serie von trockenwarmen Sommern zu kämpfen gehabt.
00:03:49: Mit Schwerpunkt, dem Frankenwald und Fichtigebirge, beläuft sich die Schadfläche in Bayern auf mehrere Zehntausend Hektar.
00:03:55: Also, Tobi, auf die Lage im Bayern kommen wir gleich nochmal zu sprechen.
00:03:58: Ich würde gerne nochmal einen Schritt wieder in die große Welt zurückgehen.
00:04:03: Im Vorgespräch hast du nämlich die Sorge der Wissenschaft formuliert, dass ihr euch echt sorgen, um den Hothouse-Seikel macht.
00:04:10: Ich habe den Begriff vor, ehrlich gesagt, noch nie gehört.
00:04:13: Kannst du mal kurz erklären, was ist ein Hothouse-Seikel?
00:04:16: Ja, wir befinden uns jetzt, ich sag mal, er hat geschätigt gesehen, eher in so einem Eiszeitalter.
00:04:22: Das heißt, die Pole sind vereisert.
00:04:24: Der Hothouse-Zeig, das wird man eher so mit einer Heißzeit übersetzen, die Erkstätte natürlich auch aufgetreten ist.
00:04:29: Man weiß aber nicht genau unter welchen Bedingungen das auftritt.
00:04:33: Und jetzt machen sich die Wissenschaftler größere Sorgen, dass wenn bestimmte Temperaturen überschritten werden, so Rückkoppungsmechanismen in Gang gesetzt werden, die nicht umkehrbar sind.
00:04:45: Zum Beispiel zählt dazu der Verluste Gletscher in Grönland, das Auftauen von Permafrostböden.
00:04:51: Der Zusammenbruch des Golfstroms wird ja viel diskutiert und auch der Verlust der Regenwälder im Amazonas.
00:04:56: Diese Prozesse nimmt man Kipppunkte und wenn die einmal entgangen sind, dann gerät so das Schema, wie wir es bisher kennen, das ist die befürchtende Wissenschaftler, wie das unvorhersehbar.
00:05:09: Das ist die große Sorge, weil wir halt nicht wissen, in welche Richtung wir uns bewegen.
00:05:13: Das heißt, wenn so die großen Klimastabilisatoren wie die Gletscher in Grönland, die Permafrostböden, der Golfstrom oder auch die Regenwelt am Amazonas, wenn die verloren gehen, dann werden Prozesse in Gang... gesetzt, die unser Klima nachhaltig verändern werden, die wir gar nicht mehr absehen können.
00:05:34: Und wo auch nicht sagen können, ja jetzt haben wir die Regenwelle wieder aufgeforset, das ist dann der Erde egal.
00:05:38: Das heißt, dieser Hot-Cycle wird deswegen nicht aufhören, sich zu drehen, nur weil dann wieder auf einmal Bäume am Amazonas wachsen.
00:05:46: Das hört sich für mich jetzt nicht mehr dramatisch, sondern echt auch ein bisschen beängstigend an, Tobi.
00:05:52: Ja, die Frage ist natürlich immer, für wen, wenn man in geologischen Zeitraum denkt.
00:05:57: sage ich mal, du kennst vielleicht den Witz, treffen sich zwei Erden, fragt ihr eine, die andere Navigates und sagt der andere, ach, schlecht, ich hab Homo sapiens, antwortet die erste.
00:06:07: Ach, das kenne ich, aber keine Sorge, das geht vorbei.
00:06:11: Ja.
00:06:12: Was ich damit sagen will, der Planet Erde wird ja schon irgendwie schaffen.
00:06:16: Es ist nicht das Erste und auch nicht das letzte Mal, dass sich die Flora, also die Pflanzen, die Tierwelt und auch die Landschaft grundlegend ändern.
00:06:25: Die Natur passt sich schon an.
00:06:27: Die große Frage ist, wie gehen wir Menschen damit?
00:06:29: Und wie werden wir Menschen damit klarkommen?
00:06:31: Kommen wir mit diesen veränderten Lebensbedingungen zurecht?
00:06:34: Naja, das sind ja keine rosigen Aussichten für uns heute.
00:06:38: Ganz ehrlich, Tobi, macht es noch Sinn, dass wir jetzt weiterreden, wie sich der Klimawandel auf die bayerischen Wälder auswirkt?
00:06:45: Oder gehen wir zwei jetzt einfach nach Hause und machen uns ein paar schöne letzte Tage auf Erden?
00:06:50: Ja, ich verstehe jeden, der die ganzen Hierbesbotschaften nicht mehr hören kann.
00:06:55: Aber ich finde, es gibt auch gute Nachrichten.
00:06:58: Wir haben jetzt zwar im Jahr zwanzigundzwanzig noch mal einen Emissionsrekord aufgestellt mit vierzig Gigatonn CO-Zwei-Emissionen, aber diese Treibos-Emissionen sind schon immerhin geringer als das, was die wirklich pessimistischen Klimaszenarien erwartet hätten.
00:07:13: Wir haben nicht mehr ganz so den Anstieg, wie wir es vielleicht hätten haben können, weil wir immer so weiter machen.
00:07:18: Und Deutschland ist auch wenig ein gutes Beispiel, das Hoffnung und Mut gibt.
00:07:22: Wir hatten zum Beispiel neuerbaren Energien in Deutschland, hatten einen Anteil von sechzig Prozent an der Stromerzeugung, wenn ich mich nicht irre, im Jahr zwanzig.
00:07:32: Ja, und natürlich spielt auch der Wald im Klimawandel eine wichtige Rolle.
00:07:35: Und wenn wir hier auf Deutschland mal zu sprechen kommen, ist auch die vierte Bundeswald-Eventur gerade gelaufen, dann speichert der Wald in Deutschland Rein oberirdisch, also im Holz, noch einmal eine Gigatonne Kohlenstoff.
00:07:48: Und unterirdisch im Boden speichert er das gleiche ungefähr nochmal.
00:07:52: Also wenn wir unsere Wälder auch stabilisieren im Klima, dann tragen wir aktiv zum Klimaschutz bei.
00:07:58: Also danke, Tobi, für den etwas wohlwollenden Tritt in den Hintern.
00:08:02: Dann lass uns jetzt einfach doch überreden, was wir für den Wald von morgen genau tun können.
00:08:08: Ja, gerne.
00:08:09: Und das beschäftigt ja so gut wie alle Fachbereiche an der LWF.
00:08:13: Und zufällig feiern wir auch gerade dieses Jahr ein Klimadatenjubiläum.
00:08:17: Seit thirty-fünf Jahren zeichnen unsere Waldklimastationen in ganz Bayern Klimadaten im Wald auf.
00:08:24: Und ich glaube, Hilde, dazu wird es auch irgendwann wahrscheinlich einen Podcast geben.
00:08:28: Dann machen wir bestimmt mal was und genau, wir haben jetzt fünfunddreißig Jahre, weil Klima Stationen in Bayern, wir haben dazu auch was gepostet.
00:08:35: Auf dem LinkedIn Kanal, es gab auch eine AWF aktuelle Artikel dazu und die Kollegen von den Weil Klima Stationen, die sind auch mal garantiert bei unserem Podcast zu Gast.
00:08:43: Schön.
00:08:44: Und wenn man sich überlegt, diese Weil Klima Stationen, das war eigentlich eine Folge von dem von dem Waldsterben in den achtziger Jahren, wo man sich große Sorgen gemacht hat und was verstehen wollte, was da passiert.
00:08:55: Das Ballsterben, ich würde sagen, hat man, von damals hat man recht gut verstanden.
00:09:00: Man lässt diese Station jetzt aber weiterlaufen und hat quasi wie so einen Puls-Sensor, der jetzt die Wälder im Klimawandel einfach aufzeichnet, wie es denen geht.
00:09:10: Und das heißt, diese Daten der Waldklima-Station werden sozusagen jetzt nicht mehr zur... untersucht, warum der Wald damals gestorben ist.
00:09:16: Und sie laufen jetzt weiter und liefern uns jetzt seit thirty-fünf Jahren wichtige Klimadaten aus dem Wald.
00:09:22: Das heißt, wir können durch die langen Zeit rein eigentlich sehen, wie sich das Klima und auch gewisse Waldparameter verändert.
00:09:28: Und einer der ersten, der diese Daten auch mit Blick auf den Klimawandel in Bayern ausgewertet hat, das war tatsächlich Christian Köllink hier von der LWF.
00:09:37: Und ich kann mich echt noch gut erinnern, als ich junge Försterin war, hat er die Klima-Hüllen vorgestellt.
00:09:43: Das waren eigentlich Klimaszenarien, würde man heute sagen.
00:09:46: Und das hat damals die ganze Forstwelt in schierer Aufregung versetzt.
00:09:50: Manche haben gesagt, das ist wie eine Reise in die Zukunft.
00:09:53: Kritische Stimmen haben eher gesagt, das ist ein Blick in die Kristallkugel.
00:09:56: Ja, die Klimahöhlen sind damals eingeschlagen wie eine Bombe.
00:10:00: Der Gedanke dahinter war, dass jeder Baum, jede Baumart ihre klimatische Wohlfühlnische hat.
00:10:07: Das heißt, es gibt ein Klima ... Wo sich die Baumart wohlfühlt, es gibt ein Klima, wo es sich nicht wohlfühlt.
00:10:12: Und wird das Klima in Bayern wärmer, dann verschieben sich also die Bereiche, wo sich eine Baumart wohlfühlt.
00:10:17: Die Klima-Hüllen zeigen also diesen Zusammenhang sehr deutlich und sehr plastisch und sind deswegen auch zu Recht so aufgenommen worden.
00:10:26: Und wenn wir jetzt diese Klimaszenarien mal angucken, dann fällt mir tatsächlich so ein Kalenderspruch ein.
00:10:32: Ich weiß, viele können den auch nicht mehr hören, aber er passt einfach wirklich gut.
00:10:36: Nämlich das einzige Beständige ist der Wandel.
00:10:39: Wir müssen uns anpassen, das hast du gerade schon gesagt, der Wald muss sich anpassen.
00:10:45: Und zugegebenermaßen, wir Bayern tun uns schon etwas schwer mit Veränderungen, aber es hilft nichts, dann müssen wir jetzt alle durch.
00:10:49: Andererseits waren wir in Bayern aber in gewisser Weise auch Vorreiter.
00:10:51: Als das bayerische Standort- und Informationssystem BASIS, im Jahr im Jahr im
00:10:53: Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr Muss man sich vorstellen, wie eine digitale Informationsquelle, das haben die Förster und Försterinnen auf ihrem Computer und können quasi für jeden Waldstandort in Bayern abrufen, wie hoch das Erfolgsrisiko beim Anbau einer Baumart ist.
00:11:19: Und zwar nicht nur unter heutigen, und das ist das geniale System, sondern auch unter zukünftigen Klimabedingungen, denn man muss ja quasi nur auf diese Klimahöhle schauen.
00:11:27: Und das System ist mittlerweile zwölf Jahre alt, wir haben das nun mit neuen Daten aktualisiert.
00:11:33: Auch daran kann ich mich gut erinnern, Tobi.
00:11:35: Im August haben wir dazu nämlich auch einen LinkedIn-Post gemacht.
00:11:38: Die Forstverwaltung bewährte das Anbaorisiko von Baumart.
00:11:41: Neu, haben wir damals getitelt.
00:11:44: Aber warum war das wichtig?
00:11:46: Also warum war es notwendig, Basis-³ zu überarbeiten?
00:11:49: Waren die alten Modelle falsch oder was war los?
00:11:53: Nein, ganz und gar nicht.
00:11:54: Jeder, der sich mit dem Anbaorisiko in Basis beschäftigt hat, der hat einen ganz wichtigen Schritt schon in die Richtung Klima stabiler Wälder gemacht.
00:12:02: Neu.
00:12:03: In der aktualisierten Version.
00:12:05: Basis II is jetzt, dass wir einen neuen Klimawandel mit einspeisen.
00:12:09: Wir bleiben bei einem moderaten Szenario mit plus zwei Grad und wir ergänzen ein weiteres Szenario, das von plus drei Grad Temperaturerhöhung in hundert Jahren ausgeht.
00:12:18: Das heißt, wir wissen ja nicht ganz genau, wo der Klimawandel hingeht.
00:12:22: Wir geben einen gewissen Rahmen vor.
00:12:24: Und die Bäume oder das Anbaurisiko reagiert auch auf diesen Rahmen.
00:12:27: Wir sehen zum Beispiel im harten Klimawandel, dass die Fichte fast nur noch in Lagen über hundert Meter geheitnet wäre.
00:12:33: Die Tanne, zumindest noch im niederschlagsreichen Alpen-Vorland, eine gute Prognose hat.
00:12:37: Und die Buche, die Mutter bis Waldes, die natürlicherweise dominierende Art auch in vielen Teilen Bayerns wäre, bekommt Probleme in tieferen Lagen in Unterfranken und Mittelfranken.
00:12:47: Während sich die Eichen, die Stieleiche, die Traubeneiche als Klimastabilste unserer Hauptbomaten präsentieren.
00:12:54: Das ist total spannend und wir sehen ja auch jetzt schon einmal zurückblicken, dass eben die Buche in Untermittelfranken ja schon jetzt auch erhebliche Schwierigkeiten hat und das bildet auch tatsächlich Basis ja schon ab.
00:13:05: Jetzt im Herbst wurde halt Basis zwei Punkt Null ausgespielt.
00:13:09: Wir können das neue Tool natürlich jetzt nicht zeigen im Podcast, aber Tobi, kannst du es ein bisschen erklären, was sehen Waldbesitzende, wenn sie jetzt auf den Outdoor-Laptop der Beratungsförsterin schauen würden?
00:13:22: Ja.
00:13:24: Die Förster hat auf ihrem Tafbuck also dieses System dabei und man muss sich das vorstellen wie so eine Navigation selbst im großen Stapler an Karten dahinter und der Waldbesitzende kann also dann genau für seinen Standort sich raussuchen und diese verschiedenen Karten angucken, die ihm erzählen wie gut welche Baumart geeignet ist.
00:13:42: Da zoomt dann die Försterin je nach Belieben mehr oder weniger stark in diese Bayern-Karte hinein.
00:13:48: Wählt ein Klima-Szenario aus.
00:13:49: Wir haben gesagt, wir können auf den mittleren oder auf den harten Klimawandel gucken.
00:13:54: Es macht durchaus Sinn, auf beide auch zu schauen.
00:13:56: Und auf der Landkarte erscheinen dann fünf verschiedene Farben zwischen grün, gelb, rot so abgestuft wie eine Ampel.
00:14:04: Und da wo grün ist, ist es natürlich eine Art Gut geeignet und wo rot, da heißt das Anbaurisiko, dass diese Art Schwierigkeiten bekommt.
00:14:11: Ich kann in der Beratung sagen, so, ich möchte jetzt wissen, hier ist mein Wald.
00:14:15: Ich nehme jetzt mal den harten Klimawandel an und ich möchte wissen, ist Baumart ABC noch geeignet, kann ich die jetzt belassen in meinem Wald oder muss ich meinen Baumartungssammensetzung langfristig ändern?
00:14:27: So, in etwa.
00:14:28: Und die Förster an den Ämtern für ...
00:14:33: Ernährung, Glattwirtschaft und Forsten, ein unaussprechliches Wort, wir sagen immer nur kurz die Elfs.
00:14:39: Ja, es fällt mir das auch teilweise für den Moment.
00:14:42: Entschuldigung.
00:14:42: Genau, die Revierförser an den Elfs, die sind mit dem System ausgestattet und die sind nicht nur mit dem System ausgestattet, sie haben natürlich noch viel, viel größeren Hintergrund und wissen nicht nur, was dann man sich dorthin für Baumarten wünschte.
00:14:54: sondern auch, wie man diese Baumart dann umsetzen kann, dass die dort wirklich wachsen.
00:14:58: Das kommt natürlich darauf an, was man für einen Bestand vorfindet.
00:15:01: Man sollte auch noch mal schauen, ob der Boden wirklich so ist, wie wir das aus dem Bodendaten ableiten.
00:15:06: Es hört sich nach einer ziemlich praxisfreundlichen Verwendung an für eure ziemlich komplexen Klimamodelle.
00:15:13: Noch eine Frage kann ich das auch für ganz kleine Waldbestände abrufen oder brauche ich eine gewisse Waldfläche?
00:15:19: Ja, wir haben in Bayern eine Gesamtwaldfläche von ca.
00:15:24: Und die haben wir in Basis jetzt in neunhunderttausend Teilflächen unterteilt.
00:15:29: Im Schnitt sind diese Flächen also ungefähr drei Hektar groß, aber gerade wo sich der Boden auch kleinräumiger ändert, da sind die Teilflächen kleiner.
00:15:37: Und für jede dieser Teilflächen wird angenommen, dass dort die Standorteigenschaften, also der Boden und das Klima und die Klimaprognose, homogen sind.
00:15:45: Das heißt, gleich in die gleiche Richtung ziehen.
00:15:49: Und entsprechend ist das Anbaurisiko auf diesen Teilflächen auch innerhalb der Arten.
00:15:55: Das Armbaurisiko, das kommt jetzt hier vielleicht durch, ist übrigens nicht nur eine Funktion des Klimas, sondern natürlich müssen auch die Bodeneigenschaften berücksichtigt werden, wie Stauwasser, Grundwasser und auch die Ernährung.
00:16:07: Also Tobi, das Spannende ist also an Basis oder das Besondere ist auch an Basis, dass ihr euch nicht nur das Klima anschaut, sondern Basis verbindet drei Aspekte miteinander, nämlich Klima, Baumart, Boden.
00:16:18: Das heißt, Tobi, dank euch haben wir jetzt im Bayern erstens aktualisierte Klimaszenarien, also wir wissen jetzt genauer, was auf uns zukommt und wir wissen jetzt auch genauer, welche Baumarten, welche Szenarien noch mitmachen würden.
00:16:31: Jetzt nochmal zurück zur Ausgangsfrage.
00:16:33: Und wie hilft das jetzt dem Wald im Bayern und den Waldbesitzenden hier bei uns?
00:16:37: Ja, das ist eine gute Frage.
00:16:38: Nur weil wir jetzt das digitale Beratungstunahmsbasis haben, heißt es ja noch lange nicht, dass in ganz Bayern auf einmal überall klimastabile Wälder stehen.
00:16:46: Das ist uns absolut bewusst.
00:16:49: Dafür brauchen wir das gemeinsame Engagement und den Einsatz sowohl von den Waldvorschnitten wie hier an der LWF oder den Universitäten, von den Forstleuten da draußen und aber auch gerade natürlich von den Waldbesitzenden.
00:17:02: Und der Freistaat hilft hier mit Förderprogrammen und finanziellen Hilfen ganz bedeutend.
00:17:07: Ich habe also sehr viel Respekt vor allen Menschen, die da draußen wirklich die Händsärme hochkrempeln und anpacken für den Wald der Zukunft in Bayern.
00:17:14: Ja, da gebe ich dir vollkommen recht, Tobi.
00:17:16: Auch ich habe echt Respekt.
00:17:18: Nicht nur für euch Forscher, mit denen ich hier jeden Tag zusammen arbeite und ich sehe, was sich hier manchmal für Mammut-Aufgaben oder auch für komplexe Modelle erstellt.
00:17:27: Da bin ich immer wieder erstaunt, sondern ich habe auch ganz großen Respekt vor den Försterinnen und Förstern hier draußen an der Front.
00:17:33: Erstens sehen wir sich der Wald verändert.
00:17:35: Die sehen, dass wir mit unserem jetzigen Wissenstand auch oft an unsere Grenzen stoßen und immer noch motiviert bleiben, weil sie den Wald der Zukunft draußen mit gestalten wollen.
00:17:45: Und ich habe großen Respekt vor allen Waldbesitzenden draußen, die vor Ort jeden Tag sich dafür engagieren, dass auch noch morgen wir Wald im Bayern haben, der uns allen ja nicht nur Erholung bringt, sondern all die vielfältigen Funktionen wie Klimastabilität, Wasserfilterung, Luftfilterung, was noch alles dahin zukommt.
00:18:05: Und das geht nur, wenn wir weiterhin Wald im Bayern haben.
00:18:07: Also ein Dank an euch alle, die da draußen jeden Tag sich für den Wald voll reinhängen.
00:18:12: Auch ein Dank an euch.
00:18:13: Tobi.
00:18:14: Und Tobi, wir haben heute echt ein dickes Brett gebohrt.
00:18:16: Also die Auswirkungen des Klimamandels auf den Wald.
00:18:19: Das ist wirklich ein schwieriges und komplex Thema.
00:18:23: Und liebe Hörerinnen und Hörer da draußen, wir hoffen der Tobi und ich, dass wir das möglichst anschaulich und verständlich erklären konnten.
00:18:31: Also wir müssen wirklich Mühe geben, weil das Thema auch für uns manchmal wirklich immer noch komplex hat und viele Dimensionen besitzt.
00:18:38: Ich habe jetzt nochmal eine Frage ganz zum Schluss, weil ich ja ein Freund der Anti-Apokalypse bin.
00:18:43: Und Klimawandel und Wald hat immer gleich so apokalyptische Szenarien.
00:18:47: Das fällt mir mal schwer, weil ich denke, mir aufgeben ist keine Option.
00:18:50: Ich glaube fest daran, dass es auch noch morgen ein Wald in Bayern geben wird.
00:18:54: Deswegen ganz zum Schluss nochmal die Frage, hast du ein paar ganz konkrete Tipps für alle in Bayern, die den Wald der Zukunft mitgestalten wollen?
00:19:02: Was können die ganz konkret jeden Tag tun?
00:19:05: Ja, das erste.
00:19:07: ist natürlich sich informieren.
00:19:09: Und wenn Sie jetzt diesen Podcast hören, dann ist das ja ein Schritt, den Sie schon unternehmen.
00:19:13: Sie haben aber auch Zugriff auf vielfältige Medien, wie das Waldbesitzerportal, wo quasi das Basis auch schon integriert ist.
00:19:22: Sie können die Praxishilfen herunterladen.
00:19:24: Da sind zwei in drei Baumarten erklärt aus allen Blickwinkeln.
00:19:28: Es gibt Merkblätter etc.
00:19:29: Auch Schulungsangebote haben wir natürlich an den Elf oder der Waldbau und Schule Kehlheim fallen.
00:19:34: Und ganz konkret versuche ich aus den Diskussionen draußen mit den Försterinnen und Förstern auch immer etwas mitzunehmen.
00:19:40: So ganz einfache praktische Regeln und für mich sind die drei wichtigsten Regeln einfach an erster Stelle auf Vielfalt setzen.
00:19:48: Baumarten mischen, Struktur mischen, Altersstufen mischen.
00:19:51: Wir sagen hier gerne, wer streut, der rutscht nicht.
00:19:54: Die zweite ist, dass man die Pflege nicht vernachlässigt, gerade damit langsam wüchsig und lichtbedürftige Arten, zu denen halt auch die klimastabilen Eichen gehören, nicht auskonkurrenziert werden.
00:20:04: Hier gilt der Grundsatz lieber öfter und weniger als selten einen großen Eingriff.
00:20:08: Und ein dritter Tipp, lieber heute anfangen als morgen, gerade bei gleichaltrigen Monokulturen, nicht erst bis zu hiebsreife Warten, sondern schon vorher aktivier, Mischbaumarten einbringen und Strukturen schaffen, wo es die Möglichkeiten bieten.
00:20:21: Tobi, danke für dieses wunderbare Schlusswort.
00:20:23: Und das gibt uns auch Hoffnung.
00:20:25: Also selbst wenn wir nicht wissen, was das Klima für uns zukunftbereithält, wir sind bereit.
00:20:30: Nämlich jeder Waldbesitzer, nicht jeder Forstmann, jede Forstfrau draus, noch jeder Waldfreund kann sich erstens informieren.
00:20:37: Also bei uns an der AWF im Waldbesitzerportal, bei uns hier im Podcast, auf unserem Link im Portal.
00:20:43: Also es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, sich bei Wald gut zu informieren.
00:20:47: Dann natürlich das umsetzen, weil die sind ja gerne Wissensriesen und Umsetzungszwerge.
00:20:53: Also wir sagen, es hilft unser Wissen, wenn wir es nicht auf die Straße bringen oder auf den Wald bringen.
00:20:59: Also umsetzen und ihr seid da draußen auch nicht alleine.
00:21:03: Deswegen gibt es ja die kostenfreie Beratung der Beratungsfirst und Beratungsfirst an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten da draußen.
00:21:10: Der Försterfinder, der ist online zu finden und dort könnt ihr nach eurem Ansprechpartner vor Ort suchen.
00:21:18: Also der Försterfindet findet euren Förster.
00:21:20: Und deshalb natürlich auch die vorsichtlichen Zusammenschlüsse draußen und eben, was schon angesprochen hast, die staatlichen Förderprogramme.
00:21:26: Und ganz zum Schluss, wenn man sich informiert hat, wenn man angefangen umgesetzt hat, dann ist es auch wichtig, dran zu bleiben und Weiterbildungsangebote bieten eben die Ämter oder auch die Waldbauenschule in Kelheim an.
00:21:37: Und für die Forstverwaltung, da seid ihr auch noch da, also die Försterinnen und Förster der Forstverwaltung werden von euch, der Experten, auch immer hier an der LWF regelmäßig geschult.
00:21:47: Dann sage ich, vielen Dank, Tobi.
00:21:48: Und zum Schluss habe ich noch eine nichtfachliche Frage.
00:21:51: Für uns alle spielt der Wald eine große Rolle.
00:21:54: Wir mögen den Wald alle sehr gerne.
00:21:55: Und es würden wir nicht den ganzen Tag uns damit beschäftigen und für ihn und mit ihm arbeiten.
00:22:00: Deswegen habe ich eine Frage.
00:22:01: Hast du schon mal was erlebt, was dich zum Schmunzeln oder zum Lachen oder zum Nachdenken angeregt hat im Wald?
00:22:08: Und zwar stell dir vor, Tobi, du bist ein ganz alter Herr.
00:22:11: Du sitzt in so einem karierten Ohrenbackensessel am knisternden Kaminfeuer.
00:22:15: Eine dampfende Tasse Tee in der Hand.
00:22:18: Und um dich herum sitzen deine Enkelkinder.
00:22:20: Und die sagen, Opa, Tobi, erzähl uns mal eine Waldgeschichte.
00:22:23: Was würdest du deinen Enkelkindern erzählen?
00:22:26: Er ist ein schönes Bild.
00:22:27: Ich denke, ich würde dir wahrscheinlich von ihrem Vater erzählen.
00:22:30: Ja.
00:22:31: im Waldkindergarten seinen ersten Erlebnis hat mit dem Wald.
00:22:34: Und ich hatte das Glück, dass ich noch teilweise begleiten durfte in der Elternzeit.
00:22:38: Und wenn man das erlebt, wie die Kinder einfach im Wald sich mit dem Wald anfreunden, zunächst mal die großen Probleme haben.
00:22:45: Oh, da ist ein Zweig im Weg.
00:22:46: Wie komme ich da jetzt vorbei?
00:22:47: Die sind auch ganz klein.
00:22:49: Und auf zwei, drei Monate später preschen die durch den Wald durch, dass man gar nicht mehr hinterherkommt.
00:22:53: Also, ich glaube, da haben wir einen ganz tollen Schritt gemacht mit den Waldkindergärten, aber auch viele andere Kindergärten, die gehen da zu, zu sehen raus.
00:23:01: in den Wald, in den Natur und diese Bindung zur Natur, dass man die schon im Kindesalter schafft.
00:23:07: Ich glaube, das ist etwas, was wunderschön ist.
00:23:10: Und was mich am Wald fasziniert ohne Wald, wäre das ja gar nicht so möglich.
00:23:14: Ja, dass der Wald uns allen, also groß und klein, so wunderschöne Walderlebnisse beschert und dass man mit gar nicht früh genug anfangen kann.
00:23:20: Vielen Dank, Tobi, für dieses inspirierende Gespräch.
00:23:24: Vielen Dank für deine Zeit auch in der Vorbereitung.
00:23:26: Und vielen Dank auch für die Arbeit, weil ich weiß, nun, weil es Basis zwei Punkt Null gibt, hört ihr ja nicht auf, sondern ihr seid schon dabei, neue Updates und Weiterentwicklungen zu entwickeln.
00:23:37: Deswegen also dir und deinem Team, herzlichen Dank, dass ihr dranbleibt für uns alle und für den Wald von morgen.
00:23:43: Ja, lieblich.
00:23:44: Vielen Dank auch für das nette Gespräch.
00:23:47: Wer von euch jetzt tiefer in das Thema eintauchen will, der findet weitere Infos und Links zum Thema in den Schonos.
00:23:54: Hat euch die Folge gefallen?
00:23:56: Dann empfehlt uns weiter und lasst gerne eine Bewertung da.
00:24:00: Fünf Sterne heißt, wir haben unser Waldwissen für euch kompakt, klar und konkret auf den Punkt gebracht.
00:24:08: Ihr wollt mehr Wald wissen?
00:24:09: Kein Problem.
00:24:11: Dann lasst uns ein Abo da.
00:24:12: Besucht unsere Webseite unter lbf.bayern.de oder folgt uns auf LinkedIn.
00:24:18: Wenn ihr Fragen zu einem bestimmten Waldthema habt, dann schreibt mir einfach eine Mail an socialmedia.elwf.bayern.de.
00:24:27: Hier an der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft finde ich bestimmt die passende Fachfrau oder dem passenden Fachmann, der eure Waldfrage beantworten kann.
00:24:38: Das war's für heute.
00:24:39: Wir hören uns nächsten Monat wieder zu einer neuen Folge von Forstcast, eurem Waldpodcast.
00:25:01: Genau, also wie die ...
00:25:04: Wie die Meltgemein, wie die ... Lup.
00:25:07: Ich hab ihn zu schützen.
00:25:11: Blalala, ich mach jetzt hier mal den Überspieler.
00:25:14: Gut
00:25:15: improvisiert.
00:25:17: Wir sind fertig.